Scholti war Reisen…

Juli 31, 2007

Philippinen: Über das Land

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 12:51

Die Philippinen haben die gleiche Einwohnerzahl wie Deutschland und etwa die gleiche Fläche, aber verteilt auf 7107 Inseln und nicht wie bei uns Festland +Helgoland. Die Analphabetenrate ist gleich unserer, die Zahl unterernährter Kinder entspricht unserer Arbeitslosenzahl und die Zahl der Menschen unterhalb der Armutsgrenze ungefähr unserem prozentualen Anteil an Frauen. Is also im Prinzip fast wie daheim.

Das Durchschnittsalter liegt etwas unter dem der deutschen Nationalmannschaft, dafür ist die Lebenserwartung bei unserem Renteneintrittsalter anzusiedeln. Familientraditionen werden gross geschrieben, so verfügen die reichsten 15 Familien über mehr als 50% der im Land produzierten Waren. Und sorgen nach Kräften auch, dass das so bleibt. Was bei der weitverbreiteten Korruption auch gut möglich ist.

Die Philippinen sind ein durch spanische Kolonialherren entstandener Zusammenschluss verschiedener Inselvölker. Die Spanische Herrschaft wurde nach 400 Jahren im Spanisch-Amerikanischen Krieg beendet bzw ersetzt durch die unwesentlich anders agierenden Amerikaner. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg (nachdem die Ausbeutung der Philippinen zu unlukrativ wurde und der Widerstand sich mehrte) wurden die Philippinen formell unabhängig und demokratisch. Es folgte eine Blütezeit, in der das Land etwa die gleiche Wirtschaftsmacht wie Japan besass und einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung entgegensah. Bis 1964 Marcos zum Präsidenten gewählt wurde und kurz darauf -unter dem Vorwand kleinere Unruhen befrieden zu wollen- eine Art Notstandsparagraph anwandte und wenig später das Kriegsrecht ausrief. Was ihm die Möglichkeit gab unliebsame Personen nach Herzenslust foltern, verfolgen und töten zu können; und die Staatsverschuldung in den 20 Jahren seiner Diktatur zuverdreizehnfachen (!). Die Hälfte dieser Summe, immerhin 13 Milliarden US-Dollar, wanderte direkt in seine Tasche und die seiner engen Getreuen. Gestützt wurde das System in dieser Form von den Amerikanern, die durch die amerikanahe Wirtschaftspolitik Marcos’ profitierten und billig an die reichen natürlichen Ressourcen des Landes kamen (so z.B. 50% des Waldbestandes).

Als der Widerstand gegen Marcos (der noch 1981 öffentlich von Vizepräsident Bush sen. für seine „vorbildliche Demokratie“ gelobt wurde) so gross wurde und durch alle Bevölkrungsschichten ging, dass sich ein Sturz nicht mehr vermeiden liess wurde Marcos von der CIA in einer Nacht-und-Nebel Aktion ausser Landes gebracht und tauchte unter.

Von den wirtschaftlichen Folgen hat sich das Land seitdem nicht mehr erholt. Es folgten bis heute mehrer korrupte und inkompetente Regierungen, die Agrarsubventionspolitik der EU und der USA tut ihr übriges das stark landwirtschaftsabhängige Land arm zu halten. In diversen Gegenden gibt es immer noch Guerilliatruppen, primär aber in der muslimischen Südinsel Mindanao, die seit Jahrzehnten für Unabhängigkeit kämpft und in der -trotz reichhaltiger natürlicher Ressourcen und guten Rahmenbedingungen- immer noch keine steigende Lebensqualität der armen Bevölkerung zu erwarten ist, weil die politischen Bedingungen es nicht zulassen.

Juli 23, 2007

Hallo Leute!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 3:03

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