Scholti war Reisen…

August 30, 2007

Et het noch ever jot jejange!

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28.08. Wir sind vom Lake Maninjau, an dem wir unsere Djungeltour gemacht haben weiter nach Norden gereist, auf einer dieser angenehmen 15-Stunden-fuer-500km-Busfahrten… ich will diese exemplarisch mal kurz schildern:

Wir setzen uns um 17Uhr -hektisch getrieben von den Eingeborenen am Busbahnhof- in irgendeinen Bus, der wie immer unbeschriftet ist, was die Hoffnung zumindest nicht zerstoert , dass er in die richtige Richtung faehrt. Natuerlich sind die ‘reservierten’ Plaetze besetzt, und wir werden auseinandergesetzt, immerhin ist der Bus so leer, dass jeder von uns beiden einen akzeptabelen Platz hat. Die Tueren schliessen sich, und spaetestens jetzt merkt man das eine Montour Klamotten plus Steppdecke gegen die Klimaanlage einfach nicht ankommt. Wenigstens frieren sich auch alle Indonesier im Bus zu Tode, und dass bei einer Aussentemperatur von immer noch 26Grad. Erfrieren am Aequator! Das ist Luxus!

Nach einer Wegstrecke von 500 Metern (ungelogen) haelt der Bus das erste Mal an und macht eine Pause von mindestens 1 1/2 Stunden. Auch ungelogen. Der Sinn und Zweck dieser Pause ist wie immer unklar, aber spaetestens jetzt freut man sich, dass man vorher wie ein bloeder mit Gepaeck zum Busbahnhof gehetzt ist, um auch ja nach den Regeln deutscher Puenktlichkeit da zu sein.

Na, was heisst der Sinn der Pause ist immer unklar, das stimmt so nicht ganz. Entweder muss der Fahrer Pinkeln. Oder auf Anschluss warten. Oder mit irgendwem Quatschen. Oder dumm rumstehen. Oder warten bis der Bus voll ist (kein Bus faehrt auch nur halbleer! Und voll heisst: So wie ein Bus in Deutschland voll ist. Und dann noch einer!). Aber: In den anderen 90% der Faelle ist der Sinn der Pause unklar!

Gut, wir sind also dann auch irgendwann losgefahren… Bus faehrt los, alle Lichter gehen aus und es schaltet sich die U-Boot-im-Kampf-Notbeleuchtung ein. Dazu kommen die gluehenden Punkte von den Kippen, die sich jeder im Bus auf einmal angemacht hat. Gibts in Deutschland nicht dieses neue Rauchverbot? Das wollen die hier jetzt auch einfuehren! Gleich nach der Frauengleichberechtigung, der Abschaffung der Todesstrafe und dem Judentum als Staatsreligion!

Und dann durch die Nacht, auf dem ach so toll ausgebauten Transsumatran Highway. Mein Sitznachbar schliesst Freundschaft mit mir und zeigt mir erquickliche Videos von einer Hetzjagd Hunde-gegen-Wildschweine inclusive anschliessendem Blutbad (das Schweinefleisch geht an die Hunde, Moslems essen ja kein Schweinefleisch. Dafuer essen sie hier in der Region Hundefleisch… ach, der ewige Kreislauf der Natur!). Dann bietet er mir -wir sind ja jetzt dicke Freunde- auch gleich eine Dame an, die etwas weiter vorne im Bus sitzt. Nur 80 000 Rupien (7 Euro). Mann, und ich hab grad kein Geld bei mir…

Mit Schlaf war nich viel, weil wegen Transsumatran Highway und Schlagloechern und Haarnadelkurven und so… dafuer konnten wir nachts um 3 live miterleben, wie sich der Bus durch den Erdrutsch manoevriert hat, der die eigentliche Strasse ein paar hundert Meter weiter nach unten befoerdert hat.

Aber: Wir haben auf der Fahrt dafuer einen wirklich netten Kerl und Leidensgenossen kennengelernt. Leon, 27, Kanadier und zur Zeit Mathelehrer in Kuala Lumpur! Und wir haben uns alle drei wohl auf Anhieb sympathisch gefunden, weswegen wir die folgenden vier Tage auch zusammen verbracht und durchlitten haben.

(Intermezzo: Privatsphaere wird hier uebrigens ganz gross geschrieben! Mir gucken seit 20 Minuten vier gickernde indonesische Teenager ueber die Schultern und verfolgen gespannt den Bildschirm, obwohl sie mit Sicherheit kein Wort verstehen… aber dass macht ja nix! Gell, ihr Flachbacken?!?)

Angekommen sind wir am Lake Toba. Das ist der groesste Vulkansee der Welt, immerhin stolze 1700 Quadratkilometer. Im Vergleich mit dem Ausbruch dieses Vulkans vor ein paar hunderttausend Jahren ist der Ausbruch des Pinatubos neulich mehr so was wie ein kleines Baeuerchen nach dem Abendessen.

Und weil er ein bisschen eitel ist, der See, haelt er sich seine eigene kleine Insel in der Mitte, bescheidene 40 Kilometer lang und 700 Kilometer hoch, und auf einem Auslaufer dieser Insel liegt Tuk Tuk; und da waren wir (uebrigens sehr zur Freude von Nak Nak, by the way).

Tuk Tuk ist ein echter Touri-Ort, nur ohne Touris: Bestimmt 20 Hotels zanken sich um die vielleicht 10 Touristen, die die Auswahl zwischen 20 Restaurants und 10 Souvenirlaeden haben. Der Ort waere mit Sicherheit die Hoelle, wenn er besucht waere… aber die zwei Bombenanschlaege in Jakarta und Bali sowie der ungerechtfertigte schlechte Ruf muslimischer Laender allgemein tut sein Werk, und so ist Tuk Tuk auch jetzt in der hiesigen Hauptsaison nicht mehr als eine Geisterstadt und verlassenes Denkmal dessen, was einmal den Wohlstand in die Gegend bringen sollte.

Um die zugehoerige Insel zu erkunden haben wir uns tags drauf mit Leon zusammen Motorraeder geliehen. Genaugenommen warens nur 125ccm-Maschinen, aber groessere Motorraeder machen hier eh keinen Sinn: Weder die Strassen, noch der Verkehr, noch die Krankenhausversorgung erlauben mehr.

Die Wege auf der Tour wurden im Inselinneren rapide schlechter, und aus dem gemuetlichen Motorradtrip wurde allsbald eine ungeplante Motocross-Tour, zumal wir unsere Orientierung im Djungel zugegebenermassen etwas verloren haben. Wie uns zum Beispiel auch von dem Kerl mit der Machete und den 6 Hunden klargemacht wurde, den wir als einzigen Menschen in Stunden getroffen haben und der nichts anderes zu tun hatte als im Wald zu sitzen und diesen Pfad zu bewachen. Und uns zuerst freundlich, danach etwas bestimmter von der Weiterfahrt abgeraten hat. Wir waren uns ziemlich sicher, den Weg zu einem Drogenanbau gefunden zu haben. Ein Gedanke, den Einheimische am Abend als sehr plausibel bestaetigten. Kurz nach Mittag fing es mal wieder an, dass der Himmel spontan eine ordentliche Ladung Sumatra Rain ueber uns verteilte; und dass was vorher noch Holperpfad war verwandelte sich kurzerhand in eine Mischung aus Matsch, Sturzbaechen und knietiefen Pfuetzen. Das war nicht Off-Road, das war Road-off! Da es sich im Djungel nicht so gut uebernachtet mussten wir wohl oder uebel durchschlagen – haette nie gedacht das Motorradfahren so eine Ganzkoerperbetaetigung sein kann. Ich machs nicht spannender als noetig – „Et het noch ever jot jejange!“, wie der Bonner sagt: wir habens kurz vor Sonnenuntergang ohne Platten oder so nach Tuk Tuk zurueckgeschafft und waren nass bis auf die Knochen und fix und fertig… coole Tour!

(Intermezzo: Und jetzt schon haben sich die gaffenden Indonesierjungs verzogen! Und die „Flachbacken“ haben sie anscheinend auch nicht verstanden! Puh!)

30.08. Weiter nach Norden, nach Berastagi. Ein beschauliches Oertchen im Vulkanland der „Karohighlands“… und den hoeheren Vulkan (2700m) haben wir gestern eingenommen; der Grund, warum Leon ueberhaupt eine Woche hier nach Sumatra geflogen ist. War ein Ganztagestrip, kurz nach Sonnenaufgang los und hoch, ausgeruestet mit Keksen und Wasser und viel zu alten und glatten Schuhen. Die ersten Stunden durch den Djungel waren nur anstrengend und matschig, der felsige Teil in Kraternaehe stellenweise ziemlich kniffelig. Entlohnt wurde die Anstrengung bei der Mittagspause auf dem Gipfel:

Der Vulkan hat keine aktive Lava mehr im Krater, aber massig Stellen an denen heisse Wasser- oder Schwefeldaempfe aufsteigen. Die Luft riecht nach Schwefel, und der Gipfel ist eingehuellt von einer ewigen Wolke, die je nach Wind mehr oder weniger den Blick freigibt auf eine unwirkliche, uebernatuerliche Felslandschaft… ungefaehr so, wie man sich die Berge von Mordor vorstellt. Was haette ich gerne irgendeinen Ring in den Krater geworfen!

Leider war der Gipfel so interessant, dass wir zu lange da oben verbracht haben – typischer Bergsteigerfehler. Der Himmel hat in der Zwischenzeit die naechste Portion Sumatra Rain vorbereitet, was den Abstieg vom Abenteuer ueber die Grenze des Wagemuts deutlich in Richtung Leichtsinn verschoben hat. Ich machs kurz: Et het noch ever jot jejange! Aber heilfroh waren wir schon als wir irgendwann wieder unten waren, und ausserdem so erschoepft wie lange nicht mehr.

Nett dann auch die Rueckfahrt im Minibus: Eine Indonesierin hat uns zunaechst nett angequatscht und ein bisschen Smalltalk gemacht. Dann wollte sie mich mit einer ihrer zwei huebschen Toechter verheiraten, die ebenfalls im Bus sassen. Wie nett! ;-) Leider bin ich so ein unspontaner Mensch, und da hab ich dann so getan als ob ich sie nicht richtig verstehe. Stattdessen haben wir dann alle zusammen ein bisschen gesungen; es gibt so einen Stapel internationaler Lieder, die gehen einfach immer. Amazing Grace oder Let it be zum Beispiel; oder auch „Freude schoener Goetterfunken“ und „Nehmt Abschied, Brueder“ in Dreisprachig. Ja, und dann hat die Frau gute Frau Knut gefragt, ob er die Maedels nicht heiraten moechte. Aber der war gerade irgendwie nicht in Heiratslaune. Ein andernmal vielleicht.

01.09. Leon hat uns leider heute verlassen, weil er am Montag wieder in Kuala Lumpur in der Schule sein muss … aber da wir da sowieso in ein paar Wochen vorbeikommen werden wir ihn mit Sicherheit wiedersehen.

Uns tun zwar immer noch ein bisschen die Knochen weh, aber ich schaetze, morgen muss der kleinere der beiden Vulkane dran glauben… das Fitnessprogramm geht weiter. Ueberhaupt hab ich mich lange nicht mehr so koerperlich fit gefuehlt… schoenes Gefuehl!

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Die Kombination Internet plus Strom plus Zeit ist hier in der Gegend von Sumatra, durch die wir zur Zeit eiern mehr als lausig… also an dieser Stelle ein Sorry an alle eingehenden Mails, die ich nicht beantworten konnte, geschweige denn lesen. Bin froh, dass dieser Computer ueberhaupt den Blog geoeffnet hat…

Falls jemand von euch uebrigens mit einem netten Indonesier quatschen will, der mein Handy gestohlen oder gefunden hat: Einfach meine Nummer waehlen. Ansonsten koennt ihr dieselbe glaub ich getrost loeschen.

Ich kann leider nicht alle Leute (Backpacker wie Eingeborene) aufzaehlen, die uns auf unserer Reise begegnen. Das wuerde schlicht den Rahmen sprengen und waere auch wenig interessant. Generell aber kann ich glaube ich sagen: Je weiter man wegkommt von den Touripfaden desto interessanter werden die wenigen Weissen, die man trifft.

John z.B., der Schreiner aus Stuttgart, der seit nunmehr sechseinhalb Jahren unterwegs ist und sich seinen Lebensunterhalt mit ein paar Sommermonaten als Trekking-Guide in Malaysia verdient. Oder der Kerl, der seit vier Jahren in Jakarta lebt, obwohl er nie nach Asien wollte aber sein Flugzeug zum Praktikum in Australien feuer gefangen hat und in Bali notlanden musste – woraufhin er seine liebe zum Land entdeckt hat. John erzaehlte auch von einigen Leuten (hauptsaechlich Englaender), die sich daheim diverse Kreditkarten anschaffen, alle masslos ueberziehen und dann fuer 7 Jahre das Land verlassen und durch Asien reisen, bis alles verjaehrt ist. Lebenskonzepte, die man sich nicht unbedingt selber aneignen muss – aber es fasziniert mich doch immer wieder welche alternativen Moeglichkeiten der Lebensgestaltung es gibt, die von dem uns antrainierten Schema (Ausbildung->Job->Heirat->Kinder->Haus) abweichen.

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August 27, 2007

Zwei Moglis fuer ein Halleluja!

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Affen steigen lassen…

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 7:39

25.08. Wir haben uns – nach der geplatzten Motorradtour – dann nach Danau Maninjau begeben. Das ist ein Ort, den man nun wirklich nicht mehr kennen muss – aber der einfach eines von diesen Paradiesen auf Erden ist: Stellt euch einen kristallklaren See mit 70 Km Umfang vor, der malerisch eingebettet ist in eine Umrandung von 500 Meter hohen, steilen, djungelbewachsenen Felswaenden. Der See ist herrlich warm, die Menschen freundlich  und das Ganze ist -trotz Hauptsaison- so untouristisch, dass man sich echt freut, wenn man mal einen Weissen zu Gesicht bekommt. So, und in diesem Ort habt ihr jetzt eine kleine Bambushuette direkt am Wasser incl. Terasse, zu der ihr ueberhaupt erst nach 500 Meter Trampelpfad durch die Reisfelder gelangt. Ausser den drei, vier netten, gitarrespielenden Jungs vom „Hotel“ seht ihr lediglich ab und an mal einen Fischer in einem Einbaumboot vorbeitreiben, und wenn die Sonne nicht staendig mit diesem hektischen Auf- und Untergehen rummachen wuerde wuerde einfach mal gar nix passieren ausser schoen!

Und das fuer 2Euro 50 am Tag. Also, ich versteh die Leute ehrlich gesagt immer weniger, die in irgendwelche ueberteuerten ‘zivilisierten’ Ferienparadiese -z.B. auf die Fidschiinseln-  fliegen, um genau dieser Zivilisation zu entgehen und ein bisschen Ruhe zu finden; wo doch genau diese Paradiese in echt ueberall in der Welt rumlungern, wenn man nur mal hinfindet …

Na, jedenfalls ist wunderschoen mit der Zeit natuerlich auch langweilig. Hier kann man ja nicht mal Bananenboot fahren, sich Taetowierenlassen oder sich von irgendwelchen afrikanischen Mitbuergern ueberteuerte, aber dafuer garantiert echte Calvin-Klein-Sonnenbrillen andrehen lassen. Und so haben Knut und ich mit ernsthaftem Sport angefangen und sind heute in Bestzeit mit Mountainbikes um den See rumgehechelt.

Drei Stunden um den See, dass heisst in etwa: 298 mal “Hello Mister!“, 211 mal nur “Hello“, 165 mal “Wherayu from?“, 87 mal “Whattsya name?“ und immerhin einmal  “Hey Joe“ (schaetze, das war der philippinische Auswanderer!). Ich glaube im Ernst, das Wort was die Kinder hier vor “Mama“ lernen ist HelloMister!

Ich uebertreibe ja mal gern, der Anschaulichkeit wegen, aber heute wurden wir so viel gegruesst dass nicht mal das suesseste Indonesierkind mir jetzt noch ein Laecheln oder Winken entlocken kann… heute ist Freundlich alle!!! ;-)

26.08.  Um unsere abgehaerteten Fremdenlegionaerskoerper weiter  zu staehlen haben wir heute die 8-Stunden-Trekkingtour in Angriff genommen; durch verwachsene Djungelpfade, Bergwege und steile Strassen. Und wir sind dementsprechend im Eimer.

Der Djungel ist schoen, aber unentspannend zum Durchlaufen. Ohne Machete kann man eh nur hoffen, den Pfad nicht zu verlieren, und wirklich nervig sind die Blutegel. Nicht, dass die Viecher gefaehrlich waeren… aber wir finden sie einfach nur ekelhaft. Ratten, Kakerlaken - ok, von mir aus. Aber Blutegel?! Baeh! Wenn ihr mal durch den Djungel wandert: Nicht stehenbleiben, und wenn dann nur an trockenen Plaetzen (da gibts im Regenwald nicht soo viele von), alle paar hundert Meter die Egen von den festen, mit Tabak eingeriebenen Schuhen abschnipsen/kratzen, und wenn sich doch einer durch die Socken gegraben hat: Feuerzeug dranhalten oder Salz draufstreuen. Oder man ist einfach haerter als wir, ueberwindet seinen Ekel und stoert sich nicht mehr dran. Dann hat man nachher zwar blutige Beine/Fuesse, aber wesentlich weniger Stress. Sehr sehenswert waren -neben der grossartigen Aussicht ueber den Talkessel- die zahlreichen Affenkolonien am Wegrand.

Apropos: Gestern kamen wir an einem Mann vorbei, der eine Schnur hielt die in die naechste Palme ragte. Nach unserer ersten -voellig adaequaten- Reaktion („Was macht der Idiot da?!“) dachten wir, dass sich vielleicht sein Drache im Baum verfangen hat. Bis neben uns eine von diesen schaedelzertruemmernden Kokosnuessen aufschlug, und im Baum ein dressierter Affe sichbar wurde, der dort oben seinen Job verrichtete und Kokosnuesse abschraubte. Der Mann hat seinen Affen steigen lassen.

Lili, die neuseelaendische Besitzerin unserer Lodge, hatte die letzten Tage einen Magen-Darm-Infekt; und da sie den einheimischen Aerzten (wohl vollkommen zu Recht) ueberhaupt nicht traut, habe wir uns -tatuetata - endlich mal zum Weltretten angeboten und uns aufgemacht, ihr das passende Antibiotikum zu besorgen. Was uns einen interessanten Einblick in das Krankenhaus im Nachbarort gab: In Deutschland wuerde man es bestenfalls als verfallenen, verlassenen Bauernhof bezeichnen. In einem von den verlotterten Gebaeuden trafen wir dann tatsaechlich auf Menschen, darunter eine Aerztin. Ja, Leute, meint ihr denn nur weil jemand Medizin studiert hat und Englisch die Medizinsprache der Welt ist konnte die Frau Kollegin auch nur ein Wort sprechen (also, ausser “Hello Mister“ natuerlich)? -Damit erfuellt sie natuerlich schon perfekt die Bedingungen, am Flughafen oder in einem Touribuero zu arbeiten! Na, um die Sache nicht unnoetig zu dramatisieren: Nachdem wir der Aerztin mit Haenden und Fuessen klargemacht haben wie das (internationale!) Medikament heisst, dass mein Name nicht „Arztausweis“ ist (was sie dankbar abschreiben wollte) und dass nicht wir selber krank sind und dass wir ganz sicher nicht in ihrem verlotterten Dreckskrankenhaus bleiben wollen haben wir sogar die richtigen Tabletten bekommen (wenn auch nur in der halben Dosis), und Lily gehts mittlerweile auch schon wieder gut. Ich will nicht boesartig oder vorurteilsbehaftet werden, aber: Sprachprobleme sind die eine Sache - menschliche Einfalt die andere. Und leider hat man’s hier doch recht oft mit letzterem zu tun.

Faszinierend ist auch, dass jegliche Rechenleistung hier vollkommen auf den Taschenrechner verlagert wird. Dass man beim Handeln seine Preise in den Taschenrechner tip pt und dann dem andern vorzeigt versteh ich gut, wegen Sprachproblem und so. Aber dass Rechnungen wie “20 000 mal 2″ oder “Rueckgeld auf 10 000 Rupien“ bei einer Rechnung von “8 000 Rupien“ den Einsatz des Taschenrechners erfordern laesst einen schon mal stutzen. Technik, die begeistert.

Ansonsten ist es hier so gechillt, dass man sich fast langweilen koennte, wenn das nur nicht so anstrengend waere. Gestern z.B. war ein echtes Highlight, als eine Katze sich einen halbstuendigen Zweikampf mit einem Gecko lieferte, erst spielerisch, dann spielte irgendwann nur noch die Katze, waehrend der Gecko sich mit sterben beschaeftigte. Ihr glaubt gar nicht, wie weit so ein Gecko fliegen kann, wenn eine Katze dagegenpatscht.

Na, ansonsten sieht man den Hoteljungs beim Kiffen und Gitarrespielen zu, und entspannt sich und reibt sich die muskelkaterigen Beine … hey, wird Zeit das wir weiterkommen!

August 23, 2007

Platsch.

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 2:22

23.08. spaeter.
Platsch.

Nun, wie soll ich das jetzt sagen… unsere harte-Maenner-Motorrad-Djungel-Tour ist nach etwa einem Kilometer gescheitert. Dann hat naemlich jemand den Bodensee ueber Sumatra ausgeschuettet, und die Strassen waren ohne Pontons schlicht nicht mehr befahrbar. Darum haben wir also einen extrem-harte-Maenner-sitzten-im-Cafe-und-sehen-dem-Regen-beim-Plaetschern-zu-Tag gemacht. War auch schoen…

Um das Motorrad dann wenigstens noch ein bisschen zu benutzen bin ich dann gegen Abend noch etwas durch die Gegend gefahren. Unsere Stadt nennt sich Buttiniki (also wie Buxtehude auf Indonesisch) und liegt verkehrsmaessig guenstig angebunden auf dem Transsumatran Highway. Ersteres stimmt, 2000 km ist der lang. Letzteres aber ist ein verzweifelter, lokalpatriotischer Euphemismus. Der “Highway” ist eine maessig asphaltierte Landstrasse, der von Bretterbuden gesaeumt ist und eine bunte Mixtur von Pferdekarren, Handkarren, zwei- drei- und Vierraeder beherbergt und gelegentlich durch wild kreuzende Fussgaenger aufgelockert wird. Aber er ist absolut konkurrenzlos, da die einzige Strasse auf der man durch Sumatra gelangen kann. Wir werden auch noch den ein oder anderen 17-Stunden-Bustrip die Ehre haben…

Verdauung ist ja ein wichtiges Thema im menschlichen Leben. Habe ich am Abschieds-Grillabend in Bonn noch angeregte Gespraeche ueber die Vor- und Nachteile der in Deutschland ueblichen „Tief-“ und „Flachspueler“ fuehren duerfen und den Vergleich mit der amerikanische Variante mit dem erhoehten Grundpegelwasserstand eroertert, beschraenkt sich das Thema hier auf die Unterteilung in zwei Hauptklassen:

- Das „Western Style“-Toilet ist eine Standart-Kloschuessel OHNE Spuelkasten, Brille und Klopapier. Das Klopapier wird vom gemeinen Asiaten durch eine Kombination der linken Hand mit genug Wasser substituiert. Interessanterweise ist aber immer ein Klopapierhalter in der Naehe… nur ohne Inhalt. Klobrillen werden sowieso ueberschaetzt und wuerden nur die Flaeche des Randes vergroessern, die vollgepinkelt ist. Als Spuelung dient der Wassereimer mit dem kleineren Schoepfeimer, der immer irgendwo in der Naehe steht.

- Das „Squat Toilet“ ist ein Loch im Boden, das im Prinzip so funktioniert wie die Klos in Frankreich oder ein guter deutscher Mischwald. Der Loneley Planet umschreibt dieses plastisch als „Asian Sky Bombing“. Uebrigens nix fuer Leute mit Knieprothesen.

„Fliegen Sie auch nach Padang?!“

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 5:37

 23.08.  Also, ich bin ja ein bisschen stolz auf uns… wir haben es wirklich geschafft, am richtigen Tag am richtigen Flughafen zu sein! Wer haette daran noch geglaubt. Waren sogar ein paar Stunden zu frueh da (Ausschlafen wird ohnehin allgemein ueberbewertet ), was uns die Gelegenheit gab die Menschen am Flughafen zu studieren. Z.B. den Indonesier, der mit einem grossen roten „Germany“-T-Shirt die Landschaft verzierte… waere ja nett gewesen, wenn nicht statt der Deutschlandfahne eine uebergrosse Hakenkreuzfahne dargestellt gewesen waere. Ist wohl etwas laenger her, dass der Kerl in Deutschland war. Oder er war in Sachsen, das kann auch sein.

Ein anderer hatte einen eindrucksvollen Hut, der im Prinzip aus einem getrockneten, aufgeschnittenen Fisch bestand. Na, ist bestimmt wasserdicht, das Ding!

Und dann war da noch der Typ, der nix anderes zu tun hatte als Coladosen mit einem grossen Feldstein klitzeklein zu hauen. Knut kommentierte das maximaltolerant, kulturinteressiert und emphatisch wie er halt ist mit “Was macht der Idiot da?!?!?!!?“.

Das auch das Flughafenpersonal komplett kein nennenswertes Englisch sprach brauch ich wohl nicht mehr weiter zu erwaehnen, oder? Warum auch.

Der Flug mit der Adam-Air („Ach, die gute Adam Air!“) war jedenfalls in Ordnung. Hatten schon so unsere Befuerchtungen, weil es ja schiesslich einen Grund haben muss dass so ziemlich alle Indonesischen Fluglinien nicht auf Flughaefen der ’zivilisierten’ Welt landen duerfen. Wozu auch, die koennen ja ueberall landen wie man so hoert, z.B. auch in Waeldern, Meeren und Haeusern. Einmal.

Nachdem wir also unsere Todesangst einigermassen unter Kontrolle hatten konnte man dann auch nette, ungezwungene Gespraeche mit den Mitreisenden anfangen. So fragte mich die nette verschleierte Dame auf dem Nachbarsitz wirklich den Klassiker: „Fliegen sie auch nach Padang?“

…nicht unbedingt. Wer weiss wie weit wir kommen?! … ;-)

Haette nur noch gefehlt dass sie mich fragt ob das mein erster Flug ist… als Weisser in Indonesien.

Nun sind wir also in Sumatra, und bislang ist’s auch sehr geil hier - herrliche Berge, Vulkane, jede Menge Djungel. Inddonesien haelt den Guinessbuch-Rekord im Waldvernichten (jaehrlich einmal die Flaeche der Schweiz), aber in Sumatra haben sie auch jeden Fall noch einige Schweizen uebriggelassen. Neben der groessten Pflanze der Welt lungert hier auch die Pflanze mit der groessten Bluete rum, der Titanwurz. Den gibts auch im Botanischen Garten Bonn - ist also fast wie daheim hier! Dazu kommt das uebliche Angebot an Rhinos, Tigern, Orang-Utans und natuerlich die Flughunde, die Abends sehr eindrucksvolle Formationsfluege ueber der Stadt machen in der wir gerade untergekrochen sind.\

Das Stadtbild ist uebrigens sehr aehnlich dem Deutschen waehrend der WM – die Regionalfahne  gleicht naemlich komplett der unseren (der Schwarzrotgoldenen! Nicht der mit dem Kreuz!) und haengt vor jedem zweiten Haus. Das nenn ich mal ein angemessenes Willkommen!

Gestern waren der Knutie und ich noch an einem Aussichtspunkt, um mal schoen den Sonnenuntergang ueber einem der Djungeltaeler geniessen zu koennen. Ihr merkt schon, die romantische Ebene unserer Beziehung wird immer mehr ausgebaut!  Dabei haben wir noch einen Stall netter Indonesier kennengelernt, mit der wir die halbe Nacht eine Bluesgitarren-Session improvisiert haben… Mist, schon wieder nette Leute! Wie soll man da seine gepflegten Vorurteile behalten koennen…?!  ;-)

August 21, 2007

Wir sind Helden!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 11:19

21 (!) August Wir sind dann insgesamt drei Tage in Bogor gewesen, einer unspektakulaeren Kleinstadt in der Naehe von Jakarta. 322 Gewitterstuermen gehen dort pro Jahr nieder, einer dankbarerweise auch als wir da waren. Soviel Spass muss sein. Einen Nationalpark in der Naehe haben wir auch noch besucht und in einem malerischen Wasserfall gebadet, und vielleicht haetten wir auch ein paar Voegel und Affen zu gesicht bekommen, wenn wir und die begleitenden drei Franzoesinnen nicht die ganze Zeit gesungen haetten… war auch so spassig. Wer braucht schon Natur..?!

Tja, und heute morgen sind wir dann extra um 6 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig zum Flughafen Jakarta zu kommen und nach Sumatra zu fliegen (ihr erinnert euch? Der Flug aus dem Reisebuero mit der Tussi die kein Englisch spricht..). Durch die Stadt zum Busbahnhof gehetzt. Ohne Fruehstueck in den Bus, 2 Stunden Stau stehen, endlich am Flughafen. Na, und fuenfhundert Meter vor dem Terminal guck ich nochmal auf das Busticket, seh den Stempel „21.08.07″. Das war auch ok, vom Stempel her – nur unser Flug geht erst am 22. , also morgen.

Hey, wir sind echt Helden, oder? Wer zu doof zum reisen sollte es vielleicht lassen! (Deswegen sind auch so wenige Inder in Deutschland!! Ups,tschuldigung…)

So, und dann sind wir den Weg des geringsten Widerstands gegangen und wieder rueber in unseren wunderbaren Luftkurort Jakarta gecruist, um eine weitere Nacht in unserem angestammten Rattenloch zu verbringen. Back to the roots.
Sind auch rechtzeitig in die Stadt eingefahren, um mitzuerleben wie der Gesamtjahresniederschlag von Garmisch-Patenkirchen sich innerhalb von drei Stunden entleerte und den stinkenden Moloch in einen stinkenden, ueberfluteten Moloch verwandelte. Mit dem elementaren Unterschied, das jetzt der Gestank von unten aus den Kanaelen kommt und nicht mehr von oben aus der Luft! Schoen, so erlebt man wirklich alle Facetten eines Landes! Ausserdem kann man keine Strasse mehr laufen, ohne zu springen, balancieren, umwege zu nehmen -oder einfach furchtbar nasse Fuesse zu kriegen.

Bei der Gelegenheit: Hab ich schon erwaehnt dass Manila einen Tag nach unserer Abreise zu 70% ueberflutet wurde?

Nein? Na, was solls: Nach uns die Sintflut!

August 19, 2007

Im Einsatz fuer Indonesiens Unabhaengigkeit!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 4:29

Fremdenlegionär,
Du bist ein Freiwilliger der dem französischen
Staat mit Ehre und Treue dient.

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Jeder Fremdenlegionär ist Dein Waffenbruder, gleich welcher Staatsangehörigkeit, Religion oder Rasse er ist. Du fühlst Dich ihm immer verbunden, wie es die Zusammengehörigkeit einer großen Familie erfordert.

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Du hältst die Traditionen in Ehren, dienst mit Treue Deinen Vorgesetzten. Disziplin und Kameradschaft sind Deine Stärke, Mut und Ehre sind Deine Eigenschaften.

Du bist stolz Fremdenlegionär zu sein. Deine Uniform, immer tadellos und elegant, beweißt es. Dein Benehmen drückt Bescheidenheit und gute Erziehung aus. Dein Platz in der Kaserne ist immer anstandslos sauber und aufgeräumt.

Du bist ein Elitesoldat;

Du hältst Dich durch unerlässliches und konsequentes Training in Form.
Deine Waffe pflegst Du als wäre es ein Stück von Dir.

Der Auftrag ist Dir heilig, Du führst ihn aus im Respekt der Gesetze, Kriegsgebräuche, internationalen Abmachungen und wenn nötig, im Einsatz Deines Lebens.

Im Kampf handelst Du ohne Leidenschaft und Hass. Du achtest Deine besiegten Feinde. Unter keinen Umständen gibst Du Deine Gefallenen, Verwundeten oder Waffen auf.

 

Inmitten der blutruenstigen Guerilliahorden…

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 4:06

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August 18, 2007

Vorort der Hoelle…

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 1:10

16. August Nachdem wir im Taxi auf voller Lautstaerke Beethoven gehoert haben und dabei einen Teufelsritt durchs naechtliche Manila (incl Endzeitstimmung) zum Flughafen geniessen konnten sind wir mitten in der Nacht in Jakarta angekommen.

Jakarta. Der Moloch, vor dem uns alle gewarnt haben, Eltern, Freunde, andere Reisende und der Lonely Planet. Dem Vorort der Hoelle.

Und wirklich… als wir mit dem ‘Taksi’ vom Airport in die Stadt reinfuhren und in irgendeiner Seitenstrasse mit der Aufgabe: Hotel finden! abgeschmissen wurden schwante uns schon uebles. Ganzkoerpervermummte Frauen huschen in Hauseingaenge, Dreck wo man hinsieht, und im Schein von improvisierten Oelfeuern sitzen grimmige alte Maenner mit Moslemkappen, rauchen Shisha und murmeln, wenn man vorbeigeht irgendwas von „Dschihad“. Gesundheit.

In den Gassen heulen wilde Hunde, und irgendwo ueber der Stadt steigen Rauchsaeulen auf …

…also, Leute, jetzt mal Spass beiseite: Jakarta ist total cool! Und die Moslems auch, und denen ihr Gott ist auch cool. So. Ich weiss nicht, wo das ganze schlechte Gerede herkommt, aber die Stadt ist nicht nur relativ sauber, sondern auch relativ sicher (wobei ‘relativ’ im Bezug auf andere asiatische Staedte zu sehen ist. Natuerlich stinkts, ist laut, heiss und die Leute fahren wie Selbstmordattentaeter. Natuerlich. Aber weniger als z.B. in Manila oder Bombay!).

Sehr gastfreundlich sind sie, diese Indonesier. Wenn man z.B. sein 30-Tage-Visum um nur einen Tag ueberschreitet behalten sie einen gleich fuer 5 weitere Jahre da, und das sogar fuer umsonst! Und wenn einem die Zeit zu lang wird kann man das erheblich abkuerzen, in dem man einfach nen schoenen Joint raucht und sich ein bisschen haengen laesst!

Und auch kleine Masochisten koennen sich endlich mal von richtigen Profis nach dem guten alten Kamasutra der Sharia auspeitschen lassen – dafuer muessen sie nur ein bisschen in der Oeffentlichkeit rumknutschen. Ist doch toll, oder?

Am Flughafen hatten wir ein Problem einzureisen, da wir -entgegen Vorschrift- kein Ausflugsticket vorzeigen konnten. Is ja auch klar, wir haben ja keins… wollen ja auch auf dem Land- oder Seeweg weiterreisen. Die Entscheidung, uns wieder auszuweisen allerdings mitten in der Nacht dem Wohlwollen eines muerrischen Grenzbeamten zu ueberlassen, das ist man beim gemaessigten deutschen Beamtenapparat auch nicht mehr gewohnt. Wir haben jedenfalls gut gezittert,bis MacWichtig seinen Stempel gesetzt hat.

Danach war es auch wirklich nicht leicht, ein Hostel zu finden. Haben nachts von 2 – 4 gesucht, bis wir ein ueberteuertes Rattenloch zum pennen hatten, dass nicht voll belegt war. Gut, es waere nicht ueberteuert gewesen, wenn die Kakerlaken ihren Anteil bezahlt haetten.

17. August Heute war Independence Day! Nachdem die Indonesier ein paar hundert Jahre hollaendische Besatzung hinter sich haben, die im zweiten Weltkrieg von den Japanern abgeloest wurde haben sich die Jungs hier nach dem Krieg gedacht, dass sie mal endlich unabhaengig werden koennten. Und das war heute vor 62 Jahren.

Und um das zu Feiern wurden -neben den ueblichenMilitaerparade- im ganzen Land Spiele auf den bunt geschmueckten Strassen veranstaltet; nach dem Stil „Best of Kindergeburtstag“ : Tauziehen, Sackhuepfen, Eierlaufen usw. . Allerdings fuer alle Altersgruppen, ueberall und unter grosser Freude und Jubel der Umstehenden. Wir als „Weisse“ wurden praktisch an jeder Ecke eingeladen teilzunehmen, was wir auch gerne getan haben. Eine sehr schoene, friedliche Volksfeststimmung, die hier aufgekommen ist. Am Abend wurde in den Kneipen, an den Strassenstaenden und Ecken weitergefeiert, mit Gesang und Gitarrenmusik.

18. August Wir sind uebrigens Millionaere. Es macht einfach Spass, mit einer Waehrung in der Tasche rumzulaufen, deren groesster Schein (50 000 Rupien) wertmaessig da aufhoert, wo unser kleinster anfaengt.

Im Vergleich zu den Philippinen kann sich das Essen hier echt sehen lassen. Es gibt auch jede Menge von diesen Strassengrills und ‘Garkuechen’, allerdings mit mehr Auswahl; und alles schmeckt. Besonders wenn man nicht genau weiss was drin ist. Ich steh ja wirklich auf die Gaerkuechen mit diesen vollkommen versifften Frittierpfannen. Da gibt es BananenMcNugget, NudelbollenMcNugget, IrgendwelcheTierteileMcNugget. Gerne gut frittiert, mit Oelueberzug und wenn man lieb fragt kriegt man bestimmt auch noch ein bisschen Butter zum bestreichen.

Ach so, keine Sorge wegen einseitiger Ernaehrung – wir haben letzte Woche irgendwann mal ein kleines Glas Fruchtsaft getrunken!

Die Menschen hier sind freundlich und unaufdringlich, und im Gegensatz zu den Philippinen will hier nicht jeder zweite, der einen anspricht entweder seinen Koerper oder irgendwas anderes verkaufen … sondern oft wirklich einfach nur ein bisschen plaudern und nett sein. Leider sprechen die Menschen nur bedingt Englisch, und unser Indonesisch ist auch noch eher in den Kinderschuhen.

Wirklich angetan waren wir aber von der Tatsache, dass nicht mal die TravelAgency-Angestellte, bei der wir heute morgen einen Inlandflug gebucht haben Englisch sprach. Na, warum auch…!?

Ach so, die groesste Moschee Ostasiens haben wir uns dann auch noch reingetan. Ich sag euch was: Sie ist gross. Passen hundertfuenfzigtausend Leute rein. Das war’s dann aber auch schon. Die Stadtkirche Castrop-Rauxel ist wahrscheinlich deutlich schoener. Aber es geht ja eh um die inneren Werte.

Ausserdem geht mir diese Muezzin-Rumheulerei langsam tierisch auf den Senkel… fuenfmal am Tag demonstrierern Typen aus verschiedenen Ecken der Stadt gleichzeitig, dass es neben den uns bekannten 12 Halbtoenen noch zig andere dazwischen gibt, die bei uns nicht ohne Grund abgeschafft wurden.

Aber andersrum gesehen: Wer dass sein Leben lang mitmacht, muss wirklich einen profunden, festen Glauben haben!

19. August Diese netten Kleinigkeiten, die einem auffallen bzw. einen verwirren. z.B. wenn man sich am Stand der Sonne orientieren will und auf einmal mit dem Kompass vergleicht … klar, suedlich des Aequators steht die Sonne Mittags im Norden, zumindest zu dieser Jahreszeit! Aber wer denkt da schon dran…

Oder die Tatsache, dass wenn jemand ein gutlaufendes Geschaeft aufmacht die umliegenden Laeden diese Geschaeftsidee dankbar aufgreifen und genau den selben Laden aufmachen. So entstehen ganze Strassenzuege, die z.B. nur Futterstaende haben. Oder -parallel zu unserem Hostel- eine Strasse mit 30 Photoshops. Die nehmen ihren Job als Entwicklungsland echt ernst!

Wir sind mittlerweile weitergereist nach Bordur. Das ist eine mittelgrosse Stadt zwei Zugstunden von Jakarta, die mit einem grossen Botanischen Garten und einem Vulkan vor der Haustuer ausgestattet ist und noch einmal etwas Abwechslung und Entspannung bietet bevor wir in drei Tagen nach Sumatra rueberfliegen (…ihr erinnert euch: Die Reisebuerofrau, die kein Englisch spricht…).

Der Lonely Planet schreibt ueber Sumatra… Moment, ich zitiere: „Dont come looking fora holiday, that’s Bali, or empire builders, that’s Java. Sumatra is an adventure, the kind of demanding ridethat requires a dusty knapsack and tough travelling skin!“ . Howdy, Cowboy… klingt nach nem Job fuer ganze Maenner! Deswegen gehn der Knut und ich da mal hin, nach dem Rechten sehen. Machts gut, ihr lieben Zuckerschnuckies! Eure beiden schwulen GI’s!

August 15, 2007

Goodbye Philippines!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 10:49

15.08. Heute ist Abreisetag aus den Philippinen. Der Plan war einfach: 8 Aufstehen und in die Hafenstadt zur Faehre mit dem Jeepney, dann um zehn die einzige Faehre nach Cebu, von dort den Flieger nach Manila und dann weiter nach Jakarta… waere alles toll gewesen, aber eine Kette ist nur so stark wie ihr schwaechstes Glied: Erst kam kein Jeepney, und als wir dann endlich auf dem Jeepney-Dach sassen war das Ding abartig langsam, weil alle 20 Meter irgendwer aus- oder einsteigen wollte… ohne Witz, die Leute schaffen es auch bei stundenlangen Fahrten nicht, ein paar Meter zu laufen sondern lassen sich metergenau absetzten … ungeachtet der 20 im Jeepney wartenden Passagiere, die es vielleicht toll finden wuerden wenn immer gleich 4-5 Leute gleichzeitig ein- und aussteigen wuerden. Die Haltestelle wurde nicht ohne Grund erfunden…

Besonders beruhigend jedoch, dass unser Jeepney auch zwischendurch mal anhielt, damit der Fahrer die Muttern der Raeder nachdrehen konnte oder eine Mutter vom Vorder- auf das Hinterrad umschrauben (vorne muessen wohl auch drei reichen…).

Na, irgendwann wurden wir dann panisch aus Angst die Faehre und damit den Flug und damit den Weiterflug zu verpassen, haben uns vom Jeepney abgseilt und sind in eine Familienfeier in irgendeinem Dorf reingeplatzt, weil vor der Tuer eins von diesen Tricycl-Motorraedern stand und wir einen Fahrer brauchten. Die herzensguten Leute haben uns auch gleich zum Essen eingeladen… Danke! … aber wir brauchen nur SCHNELL einen Fahrer … dann konnte man sich nicht einigen wer faehrt und ob ueberhaupt jemand faehrt … also Bezahlung erhoeht … endlich unterwegs! Und wir waren wirklich um 9 Uhr 58 am Faehrhafen … reingestuermt … Schild: ‘Ferry 10am cancelled’! Was bitte?!?

„Hey, why is the ferry cancelled?“

-“Ferry is destroyed!“ .

Ah. Sehr beruhigende Information… ich sag mal, man haette auch diplomatisch sagen koennen „Ferry is damaged!“ … das haette nicht dieses endgueltige Flair gehabt und das Vertrauen in die Schifffahrtsgesellschaft vielleicht ein bisschen erhalten. Aber nun gut. Ich mach’s kurz: Um halb zwoelf fuhr dann doch noch ‘ne Faehre, wir haben unseren Flug noch gekriegt und sitzten nun im Moloch Manila und warten auf den Weiterflug nach Indonesien. Alles wird gut.

Tja, Knut und ich moegen die Philippinen… haben beschlossen, hier eine Frittenbude aufzumachen bis wir uns unseren eigenen Jeepney und unsere eigene Karaoke-Maschine zusammengespart haben. Dann gruessen wir alle Weissen mit „Hey Joe!“, essen den ganzen Tag nur Grillspiesse und Fettpfannen-Chickennuggets und verknoten unser T-Shirt unter der Achsel. Wir haben dann einen besonders dummen Wachmann mit einer besonders grossen Maschinenpistole, Knut haelt sich auf der Strasse vor unserem Haus ein paar nette Kampfhaehne, und ich werde einen Heidenspass daran haben unseren Jeepney (und vielleicht auch unser Tricycle-Motorrad) mit Christenbildern vollzumalen und ganz viele moeglichs unnuetze Lampen, Hupen und Chromteile daran anzubringen. Das wird ein Spass!

Goodbye, Philippines!

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