Scholti war Reisen…

November 29, 2007

Kambodia – ich bleibe hier!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 8:33

27.11. Nun, viel Zeit hab ich ja nu nicht in Kambodia verbracht, aber fuer einen groben Eindruck hat’s doch gereicht. Ich glaube, ich bleibe hier und bau mir meine Bambushuette irgendwo in dieses flache, nasse Land zwischen die Djungel und Reisfelder. Wohin auch sonst, gibt ja nix anderes. Dann umfahre ich mit meinem Pferdewagen abends vorsichtig die Minenfelder und duese in die Stadt auf ein schoenes Kaeferragout mit meinen Kumpels. Nach dem Essen stossen wir dann mit Schlangengift-Reiswein auf das Wohl des Koenigs an und bringen uns in die Adrenalin-Extase, indem wir einmal mit dem Fahrrad um den Block fahren. Genau so mach ich’s. Jawoll!

November 26, 2007

Der erste Schritt

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 10:12

26.11. Wenn eine Millionen Khmer vom Land nach Phnom Phen kommen um ein Bootsrennen zu feiern ist was los. Das sieht und spuert man auf den Strassen, aber es traegt auch noch andere Fruechte. So gibt es zum Beispiel ein Kaufhaus in der Stadt. Ein einziges nur, dass sich so nennen darf, aber ein richtiges Kaufhaus. Mit  Neonlicht,  Fliesenboeden,  Flatscreenfernsehern. Und Rolltreppen. Moeglicherweise den einzigen im Land.

Und an diesen Rolltreppen stehen jeweils zwei Sicherheitsleute, die den Besuchern des Kaufhauses zeigen, wie man diese benutzt. Und das ist ein echtes Abenteuer, denn besonders vor der ersten Rolltreppe im Erdgeschoss steht eine groessere Traube Menschen, die mit Angst, Neugier und Verwirrung die Rolltreppe betrachtet und den ersten, gewagten, mutigen Schritt herauszuzoegern sucht. Wir dekadenten Wessis machen uns gar nicht mehr bewusst, was fuer eine Herausforderung dahinter steckt. Erinnert ihr euch noch an “euer erstes Mal”? Eher nicht, oder?

Unser Vietnam-Visum haben wir jetzt in der Tasche. Morgen frueh werde ich mich nach Saigon aufmachen (in der Hoffnung, dass die Stadt mittlerweile nicht mehr NewOrleans spielt und das Wasser mittlerweile abgeflossen ist). Steffi zieht morgen nach Sianoukville in Sued-Kambodia. Wir haben beschlossen, ein paar Tage allein zu reisen, der Erfahrung wegen – werden uns dann in China oder so wieder aufsammeln.

November 24, 2007

Khmer Rouge und Genozid

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 1:16

25.11. Wir waren heute auf den “Killing Fields” und in einem Foltergefaengnis der Roten Khmer. Ich hab die Bilder davon auf einer Extraseite zusammengefasst einschliesslich ein paar Gedanken von mir dazu. Entweder diesen Link nehmen oder rechts am Rand den.

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Unkaputtbar

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 1:12

25.11. Langsam glaube ich, dass wir unverwundbar sind. Nicht, wegen der zahlreichen Motorradtouren, Vulkanbesteigungen und was-weiss-ich-noch-alles der letzten Monate, die wir unbeschadet ueberstanden haben. Nein, noch besser: Wir nehmen seit 36 Stunden mit dem Fahrrad am Stadtverkehr in Phnom Phen teil und Leben entgegen aller Wahrscheinlichkeit immer noch!

Phnom Phen ist die Hauptstadt von Kambodia und mit 2 Millionen Einwohnern auch gross genug, um ein bisschen Verkehr zu haben. Dazu kommt noch etwa eine Millionen Besucher die nur fuer das grosse Bootsrennen incl Volksfest an diesem Wochenende hier sind. Gut, mittlerweile glaube ich dass sie in Wirklichkeit alle nur hier sind um uns persoenlich einen guten Tag zu wuenschen.

Jedenfalls: Die Strassen sind der Killer! Alles wild durcheinander, und die Polizisten und Ampeln sind mehr als freundlich gemeinte Verkehrsratschlaege denn als Richtlinie gedacht. Wer irgendwo nicht durchkommt hupt, und wer dann immer noch nicht durchkommt… aeh … hupt weiter.

Im Motorradfahren sind die Khmer in der absoluten Profiliga: Gerne mit fuenf Leuten auf einer kleinen 100ccm Honda Dream, dem Standartmotorrad. Wenn man die Strassenbedingungen so betrachtet ist die Bezeichnung “Boulevard of broken Dreams” wohl gerechtfertigt. Kinder werden waehrend der Fahrt gestillt, Passagiere schlafen anscheinend problemlos, und wenn mal nicht genuegend Leute fuer die Motorradbesatzung da sind wird der verbleibende Platz mit lebenden Schweinen oder riesigen Obstsaecken aufgefuellt.

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Das Ganze gilt natuerlich auch fuer groessere Fahrzeuge. Ich lasse einfach die Bilder sprechen. Und: Nein, ich habe nicht stundenlang gewartet, bis ich die Fotos zusammen hatte!

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Familienausflug? Studifahrt? Fluechtlingstransport? Da hilft derasiatische Allzwecktruck!

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Wie, zweimal fahren? Warum denn – passt doch! 

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 Survival of the fittest in Phnom Phen.

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Und dann war da noch…

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Hey! Die machen aber nicht wirklich ein Geheimnis draus! ;-)

Hollaendische Spezialitaetenkuechen in Siem Reap.

November 21, 2007

Angkor wie bitte?

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 7:06

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Der ein oder andere Tempel ist vielleicht aus “Tomb Raider” bekannt. Vieles sieht aus wie direkt aus dem Djungelbuch entsprungen, incl. Elefanten, Affen und ich.

21.11. Das groesste religioese Bauwerk der Welt ist nicht der Koelner Dom!!

Ich weiss, einigen patriotischen Rheinlaendern ist dies ein direkter Schlag ins Gesicht, und ich sehe diejenigen bildlich vor mir, wie sie diese Nachricht mit einer Mischung von Entsetzen und Unglauben entgegennehmen.

Dennoch, wir waren da (im Uebrigen die einzige klassische first-class-Sehenswuerdigkeit unserer Reise) und muessen es leider bestaetigen: Die groessten Tempelanlagen der Welt stehen in Kambodia; mehr als hundert Tempel auf einer Flaeche von 30 Quadratkilometern verteilt und zentriert um den groessten, Angkor Wat. Na ja, goennen wir’s den Khmer einfach, die haben ja sonst nix!

Ein angemessener Besuch in Angkor nimmt drei Tage in Anspruch. Um das Erlebnis richtig zu wuerdigen waehlt man eins unter zig Guidebuechern und einen einheimischen Fuehrer, der einem das Verstaendnis der komplizierten Geschichte naeherbringt, und steht motiviert um 5 Uhr auf um den atemberaubend schoenen Sonnenaufgang ueber Angkor Wat zu erleben. Ein must-have-seen!

…Gut, wir waren lediglich einen Tag da, hatten keine Ahnung und keinen Guide, und die Sonne war schon voll bei der Arbeit als wir dort aufgeschlagen sind – aber beeindruckend war’s dennoch! Aber … wir sind ja die kulturell abgestumpfte Nintendo-Generation, da war uns ein Tag ehrlich gesagt genug.

Die Tempel wurden vor 800-1200 Jahren gebaut und … ach … wenn ihr wirklich mehr ueber Angkor wissen wollt schaut doch einfach bei http://en.wikipedia.org/wiki/Angkor_Wat oder kommt mal vorbei, wenn ihr grad zufaellig in der Gegend seid. Schliesslich ist das hier ein Blog und kein Kulturfuehrer!

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Ansonsten… nun, wir haben ein Landminenmuseum angeschaut, die Franzosen und Deutschen aus Laos wiedergetroffen und fahren morgen mit dem Boot weiter nach Battambang. Und ich bin ja gerade soooo schreibfaul!

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Und ihr glaubt gar nicht, wie sehr einen diese Information erleichtert!

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November 19, 2007

Froschfresser!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 7:41

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19.11. Kaum drei Tage in Kambodia, und schon haben wir uns an die Koestlichkeiten des Landes gewagt!

Gestern haben wir an einer von diesen maximalhygienischen Strassenbuden ein bisschen geroeste Froschschenkel geknabbert, und danach noch als amuse-goelle ein paar geroestete “Irgendwas” gegessen. “Irgendwas” wurde uns als Shrimps angepriesen, aber ich hab da noch begruendete Zweifel. Unterm Strich muss man aber gestehen dass das Zeug wahrscheinlich sogar wirklich schmecken koennte, wenn man nur fest daran glaubt, dass es sich um etwas ganz anderes handelt. Froschschenkel sind im Prinzip so wie Haehnchenschenkel in zaeher, und die pseudoshrimps hatten so viel Fett und Salz dran, dass sie -nun ja- nach Fett und Salz schmeckten. Also so wie Chips oder Fritten oder ein schwitzender Sumoringer.

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Ich hab Mogli gefunden! Und Tarzan! Und Chita!

Heute haben wir das Angkor Children Hospital heimgesucht, mit dem wir schon vor zwei Monaten in Kontakt getreten sind und vergeblich unsere Dienste angeboten haben – das Krankenhaus nimmt zwar gerne Freiwillige, aber es kommen auch so viele Freiwillige dass bis Februar gar kein Platz mehr Frei fuer Willige ist. Dann eben nicht, soll die Welt sich selber retten!

Da wir aber dennoch eingeladen waren uns das Krankenhaus anzugucken haben wir das natuerlich auch getan -alles in allem recht beeindruckend. Nicht uebertrieben gross, aber recht gut durchorganisiert und -fuer asiatische Verhaeltnisse- sauber und mit einem Ultraschall, einem Labor und einem Roentgengeraet technisch sogar akzeptabel ausgestattet. Die kleinen Patienten werden fuer einen symbolischen Kostenbeitrag behandelt, das Geld kommt aus einer Stiftung. Wer demnaechst nach Asien reisen moechte und bei der Gelegenheit ein bisschen aushelfen will (auch als Nichtmediziner!!) sollte mal reinschauen unter www.angkorhospital.org .

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Das tragische an diesem Schild: Es ist wirklich nicht als Witz gemeint! Stand (mehrfach!) im Vorgarten des Krankenhauses.
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Hahnenkaempfe in Kambodia sind im Vergleich zu den Phillipinen ne echt laue Nummer – keine Klinge an den Fuessen, und das Ganze ist nicht mal ein Deathmatch! Dann doch lieber Thaiboxen!

November 18, 2007

Da simma nu…

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 5:52

Lila: Strecke seit Ende September (von Malaysia)

Rot: Motorradtouren

Weisse Kreise: Aufenthalte mit min. einer Uebernachtung

Schwarzer Kreis: Aktueller Aufenthaltsort 17.11. (Siem Reap, Cambodia)

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Lecker lecker, Spinnencracker!

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 5:21

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So viel Kitsch muss sein!

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Dritte Welt. Ueberall halbverhungerte, unglueckliche Kinder. Furchtbar, nicht? 

17.11. Kambodia. Da simma nun.

Die Grenze war nicht mehr als eine Blockhuette im Wald, und da die Grenze nach Laos als solche offiziell nicht existiert lassen sich die Laotischen sowie die Cambodianischen Zoellner auch gerne mit ein, zwei Dollarfuer den Uebertritt schmieren. Na, von mir aus.

Irgendwann kamen wir dann an einen grossen Fluss, den wir mit unserem Van per Autofaehre ueberqueren sollten – leider war genau auf der schlammigen Rampe zur Faehre runter ein Truck im Schlamm versunken und kam trotz der beherzten Bemuehungen von nicht weniger als 30 Khmer nicht mehr raus. Zum Vergleich: In Lao haetten sich nach dem Prinzip der italienischen Baustelle 2 Leute bemueht und 28 haetten drumherumgestanden und diskutiert wie man’s besser machen kann. Oder einfach geschlafen.

Wir haben dann mit einem kleinen Personenboot uebergesetzt um im Cafe auf der anderen Seite auf unseren Van zu warten. Das dauerte bescheidene sieben Stunden – und das schlimmste daran: Es hat uns keine Sekunde angenervt! Ein Monat laotische Gelassenheit hinterlassen ihre Spuren. Ich finde den Gedanken gerade sehr unverstaendlich und weit weg, dass sich die Menschen in Deutschland aufregen koennen wenn ihr Zug fuenf Minuten zu spaet ist… hoffentlich kann ich ein bisschen von der Gelassenheit mitnehmen. Zur Not muss ich halt nochmal hier hin… ;-)

Kambodia ist auf den ersten und zweiten Blick mal wieder ein aeusserst angenehmes Land. Die Khmer sind groesser und auch huebscher als die Laoten, und sie sind nicht ganz so passiv, was gerade eine willkommene Abwechslung ist. Die Gegend ist flach und besteht vornehmlich aus Djungel und Reisfeldern – wer haette das bei einem suedostasiatischen Land erwartet?!

Kambodia ist noch einmal eine Spur aermer als die Nachbarlaender, es liegt mehr Muell auf der Strasse und Pferdegespanne sind immer noch ein gaengiges Bild. Der Verkehr folgt der Mentalitaet “Wenn ich dreissig Jahre Krieg ueberlebt habe ueberlebe ich auch das!”.

Der Durchschnitt der Extremitaeten pro Mensch liegt sichtbar unter vier, und die kambodianische Kueche beinhaltet eigentlich jede Form von Insekten, die man nur irgendwie aufgeknackt kriegt – beides ein Relikt aus der Zeit der Khmer Rouge und dem Buergerkriegstreiben danach.

Was das Essen angeht, so kann ich es glaube ich nicht schoener formulieren als der Lonely Planet, daher hier meine freie Uebersetzung:

“Egal aus welcher Ecke der der Welt Du kommst – wenn Du viel in Kambodia reist wirst du Essen gegenuebertreten das unueblich, seltsam, vielleicht sogar unmoralisch oder einfach schraeg ist. Die mutigen allesfressenden Kambodianer finden nichts komisches daran, Algen, Insekten, Eingeweide und Fischblasen zu Essen. Sie verspeisen Entenembryos, brauen sich ein Gehirn oder roesten sich einen leckeren Spinnen-Snack. Sie pellen lebende Froesche fuers Barbeque oder kippen sich Wein mit Schlangengift rein, um ihre Lebensgeister fit zu halten. Fuer die Khmer gibt es nichts “seltsames” an wasauchimmer, wenn es nur den Koerper aufrecht erhaelt. Fuer sie ist Essen entweder Nahrhaft oder nicht, entweder Gesund oder nicht, und es schmeckt gut oder nicht. Und das ist alles, worum sie sich scheren. Sie werden alles einmal probieren. Sogar einen Burger!”

Wir haben persoenlich auch schon die grossartige Gelegenheit gehabt, geroestete Spinnen zu knabbern – eine echte Spezialitaet! Leider hatten wir gerade keinen Hunger.

Beim naechstenmal. Maybe.

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Mmmh… Zutaten auf dem Markt fuer ein lecker Kaeferragout!

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Dann lieber: Bigger, better, Kokosreisburger!

Was Opa Helmut noch wusste…

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 4:58

18.11. “Opa” Helmut ist ein 63jaehriger Mainzer, der uns die letzten Tage unserer Reise Begleitet hat. Opa Helmut war schon einmal in Suedostasien, vor ueber dreissig Jahren – als freier Kriegsfotograf in Kambodia, Laos und Vietnam. Er ist erst fuenf Tage vor der Eroberung Phnom Phens durch die Khmer Rouge aus der belagerten Stadt ausgeflogen worden, war in den “Plain of Jars” bei Phonsavann in Laos, als die Amerikaner den Vietcong ihr Weihnachtsgeschenk in Form eines Bombenteppichs vorbeibrachten und wurde unter anderm 17 Tage von den Vietcong in Kriegsgefangenschaft gehalten. Und Opa Helmut erzaehlt gerne, glaubhaft, gut und anschaulich – here we go:

Die Disziplin der Suedvietnamesen und Amerikaner wahrend des Vietnamkrieges war relativ desolat. Waehrend die Suedvietnamesen sich primaer persoenlich bereichern wollten (laut Knut hat sich da bis heute nicht viel geaendert)  haben die Amerikaner den Krieg mehr als eine grosse Party mit Drogen und billigen Frauen erlebt, solange sie nicht im Einsatz waren. Die Amerikanische Armee war fuer einen klassischen Frontenkrieg wunderbar ausgeruestet, aber fuer einen Djungel-Guerillakrieg war das Gepaeck viel zu schwer, die Waffen ungeeignet und das schwere Geraet nicht wirkungsvoll einsetzbar. Die Nordvietnamesen waren in kleinen, schnellen Gruppen unterwegs, als einzige Ausruestung eine Haengematte, ein Gewehr und etwas Munition. Die schnell durchgefuehrten Angriffe mit dem danach folgenden schnellen Verschwinden im Wald haben die Amerikaner noch zudem demoralisiert. Die panisch herbeigerufenen Bomber und Helikopter haben meist nur sinnlos den Wald umgepfluegt, weil der Feind schon wieder laengst woanders war. Soviel sollte noch aus den Vietnam-Kriegsfilmen bekannt sein.

Das die Vietcong aber eine sehr straffe Organisation, ein -relativ- ehrenvolles Vorgehen und einen grossen Rueckhalt in der Landesbevoelkerung hatten wird in den Kriegsfilmen oft verschwiegen.  Die Vietcong (was eigentlich ein Kunstwort aus “Vietnam”und “Kommunist”ist, weil die Amerikaner die von den Franzosen gepraegte Bezeichnung “Viet-Minh”(von Ho-Chi-Minh) nicht uebernehmen wollten) haben zum Beispiel die Briefe getoeteter US-Soldaten gesammelt und an Saigon weitergeleitet, damit sie nach Hause geschickt werden konnten. Als Opa Helmut mit einem anderen Journalisten gefangengenommen wurde, wurde das Ereigniss ueber Boten durch den Djungel bis zum zustaendigen Offizier weitergeleitet, der -auf gleichem Wege- einen Freilassungswisch fuer die Beiden geschickt hat; und nicht nur dass: Die Ausruestung der Beiden und der beschaedigte Jeep mussten vor der Freilassung von den Vietcong-Soldaten repariert und bezahlt werden. Mit einem der Nordvietnamesischen Offiziere ist Opa Helmut heute noch befreundet. Viel gefaehrlicher als die Gefangennahme war die Rueckkehr ueber die Front, weil Suedvietnamesen und GI’s einen sehr viel nervoeseren Zeigefinger hatten und ausserdem lieber einen Kriegszeugen zuwenig als zuviel. Viele Soldaten und Journalisten sind gestorben, als sie wieder in den Sueden zuerueckgekehren wollten.

Ich koennte jetzt noch zig andere Stories erzaehlen, aber ich fuerchte da bin ich gerade zu faul fuer… ein andernmal!

Pol Pot ist ein Riesenarschloch.

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 4:33

18.11. Cambodia hat es nun wirklich nicht leicht gehabt in den letzten Jahrzehnten. angefangen hat der ganze Mist hier durch den Vietnamkrieg… die zu der Zeit amtierende kambodianische Putschregierung erlaubte den Vietcong den kriegsstrategisch wichtigen Aufenthalt in Nordkambodia als Erweiterung des Ho-Chi-Minh-Trails Richtung Saigon. Das hat natuerlich den Suedvietnamesen und Amerikanern nicht wirklich gefallen, und die Antwort war wie immer ein inoffizielles, flaechendeckendes Bombardement Nordkambodias. Das wiederum hat eine bis dato nur lokal aktive kommunistische Guerillatruppe namens Khmer Rouge ins landesinnere Kambodias getrieben und das bis dahin von Gewalttaetigkeiten verschonten Land in den Buergerkrieg getrieben. Der in China im Exil lebende kambodianische Koenig hat die Khmer Rouge formell unterstuetzt, weniger aus ideologischen Gruenden sondern eher als Gegner der Putschregierung, die ihn selber um sein Amt gebracht hat. Wie dem auch sei – gerade bei der ungebildeten Landbevoelkerung stand der Koenig noch in hohem Ansehen, weswegen die Khmer einen starken Zulauf bekamen. Gestuetzt zunaechst durch die ebenfalls kommunistischen Nordvietnamesen und Waffenlieferungen aus China gelang es den Khmer Rouge in relativ kurzer Zeit das Land einzunehmen.

Und damit sollte der radikalste Versuch, eine Gesellschaftsform herzustellen beginnen… wenn man das Vorgehen und die Radikalitaet der Khmer Rouge unter Pol Pot betrachtet, sehen Hitler und Stalin daneben wie kleine freche Jungen aus!

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Pol Pot (links) + Khmer Rouge-Kader (aus Wikipedia)

Grundlage und Ideologie der Khmer Rouge war eine radikale Auslegung der kommunistischen Ideen von Marx: Es sollte eine klassenlose, unverdorbene und einheitliche Bauergesellschaft geschaffen werden. Dazu wurden erst einmal alle Menschen aus den Staedten aufs Land vertrieben, wo sie -ungeachtet ihres Alters oder vorliegender Krankheiten- taeglich 12-15 Stunden auf den Reisfeldern arbeiten musste. Angeleitet und ueberwacht wurden die Staedter von den Soldaten und den sogenannten “Base People”, dass heisst den Bauern die schon immer in den Doerfern ansaessig waren und somit als unverdorben galten. Die Waehrung wurde komplett abgeschafft (!), und die geernteten Lebensmittel der Gemeinschaft zur Verfuegung gestellt, die diese eigentlich wieder gerecht verteilen sollte – in Wirklichkeit ging ein Grossteil nach China, um davon Waffen zu kaufen. Wer Nahrung fuer sich selber behielt wurde verpruegelt oder getoetet. Ebenso wurde die gesamte Bildungselite des Landes getoetet, weil ‘vom Westen verdorben’; dazu saemtliche alten Regierungsmitglieder und Beamten, Moenche (als einzige Religion galt die Partei), Brillentraeger, zu “auslaendisch” aussehende Leute und so weiter; teilweise einschliesslich deren Familien. Die Khmer Rouge haben sogar die Leute aus den eigenen Reihen getoetet, die zu lange im (auch kommunistischen!) Vietnam gedient haben und damit ebenfalls als verdorben galten. Menschenleben galten als irrelevant gemessen an dem Ziel, die perfekte Gesellschaft zu schaffen. “To keep you is no benefit. To destroy you is no loss.”

Alles in allem war das ganze Land ueber drei Jahre lang in einem Blutrausch, und einschliesslich der Toten durch Hunger und Krankheit hat der Wahnsinn ueber 2 Millionen Menschen das Leben gekostet. Das ist bei einer Gesamtbevoelkerung von 8 Millionen eine unglaubliche Zahl von 25%, wogegen relativ gesehen -wie gesagt- kein anderes Gewaltregime unserer Zeit mithalten kann. Und genausowenig wie Hitler reiner Arier war war Pol Pot Bauer – er selbst hat in Paris studiert.

Erstaunlich ist das massive Desinteresse der Aussenwelt an den Geschehnissen in Kambodia. Aehnlich wie seit ueber 40 Jahren in Burma wurden die Vorgaenge schlichtweg ignoriert, solange sie nicht nach Aussen getragen wurden. Gluecklicherweise haben die Khmer Rouge das nicht konsequent genug beachtet. Jede Tyrannei braucht einen externen Erzfeind als Hassventil der Bevoelkerung, und in diesem Falle waren das die frueher befreundeten Vietnamesen. Und denen wurde es irgendwann zu dumm, dass die Khmer staendig meinten ihre Grenzdoerfer ueberfallen zu muessen und vietnamesische Bauern abzuschlachten; so dass sie Anfang 1979 Kambodia befreit haben – in diesem Falle kann man wohl wirklich mal von “Befreiung” reden. Die Khmer Rouge fluechteten an die Westgrenze zu Thailand und verschanzten sich in den Bergen, von wo aus sie noch ueber 20 Jahre lang einen blutigen Guerillakrieg gegen die eigene Bevoelkerung fuehrten – diesmal kam die Unterstuetzung von Seiten der Thai, die in den Guerillas eine Absicherung der eigenen Grenze gegen die Vietnamesen sahen. Auch die USA und die Briten haben zu dieser Zeit inoffiziell die Khmer Rouge unterstuetzt und ihnen tolle Techniken wie besseres Minenlegen beigebracht. Tausende Minen wurden seitdem in Reisfeldern und entlang von Strassen verlegt und liegen da noch heute. Auch nachdem in den neunzigern mehrere Rebellenhochburgen gestuermt wurden gibt es immer noch kleine Splittergruppen, die den Kampf nicht aufgegeben haben. Pol Pot selber starb 1998 einen natuerlichen Tod, ohne dass der Prozess gegen ihn und seine Mitstreiter jemals wirklich aufgenommen wurde. Auch heute sind viele ehemalige Khmer Rouge-Kader in der nationalen und internationalen Politik vertreten, ohne fuer die Verbrechen von damals zur Rechenschaft gezogen worden zu sein – ein Schlag ins Gesicht fuer Millionen Kambodianer, die in den Jahren von 1975-79 gelitten und Familienmitglieder verloren haben.

Noch heute erholt sich Kambodia von den Folgen des Krieges.

Das Thema ist natuerlich noch wesentlich komplexer, als ich es hier grob abgerissen habe, und in sich sehr interessant. Wer interessiert ist dem kann ich das unten genannte Buch sehr empfehlen, sowie den Film “The Killing Fields”.

Quellen: – “First they killed my father” von Luong Ung (GUTES BUCH!)

– Lonley Planet Cambodia

- http://en.wikipedia.org/wiki/Khmer_Rouge 

-Erzaehlungen von Opa Helmut (S.o.), Kriegsberichterstatter Kambodia/Laos/Vietnam

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