10.12. Es geht in den Endspurt: Ich bin in China!
Die Fahrt von Sapa in Vietnam nach Lijiang in China war wieder mal einer dieser Gewalttrips – knappe 28 Stunden on the Road, davon 12 Stunden in einem Sleeper-Bus. Sleeper-Busse sind eigentlich eine tolle Sache: Man hat ein Bett, in das immerhin die ersten 175cm des Koerpers bequem hineinpassen (was bei den Chinesen deutlich ueber 100% der Gesamtlaenge ist). Ungemuetlich wirds nur dann, wenn die Strasse die drei „S“-Kriterien erfuellt (Serpentinen, Schlagloecher, Scheissfahrer) und man ganz hinten oben liegt. Da ist dann die Hebelwirkung des Busses mitunter so stark, dass man im Schlaf auch mal gute 50cm nach oben fliegt und sich den Kopf ordentlich an der Decke anschlaegt. Ich will ja nicht rumjammern, aber Schlafen stell ich mir anders vor. Wobei – wenn man eh nicht schlafen kann stoert es auch viel weniger wenn nachts um drei mal wieder irgendein chinesische Handy losdroehnt…
Wie dem auch sei – ich bin muede und lebend und mit wundgesessenem Hintern in Lijang angekommen, und habe sofort eine wirklich neue Erfahrung gemacht. Frieren! Vorbei die Zeiten mit Sandalen und kurzer Hose – hier wird als Einstimmung auf daheim wieder ordentlich gebibbert!
So, jetzt aber genug von mir; mich gibts ja auch daheim. Kommen wir zu den Chinesen:
Die Leute sind sehr angenehme Zeitgenossen. Unaufdringlich, freundlich, hilfsbereit.
Zumindest haben sie eine sehr hilfsbereite Art mit den Schultern zu zucken, weil wirklich gar keiner hier Englisch zu sprechen scheint. Wenn man jemanden irgendwas fragt (oder mittels Gestik andeutet was man will) kriegt man entweder eben jenes Schulterzucken, oder man hat gleich vier Chinesen um einen rumstehen die einen auf Mandarin zuquatschen und einem helfen wollen (ohne selber zu wissen, was man eigentlich will). Vollkommen nutzlos, aber sehr nett! Da verzeiht man ihnen sogar, dass sie bei jeder Gelegenheit in die Gegend rotzen muessen (Aber immer die guten Rotzbollen! Die von ganz tief unten!). Uebrigens auch auf den Busboden. Da sind die nicht so pingelig.
Allgemein ist China recht sauber und wohlhabend im Vergleich mit Suedostasien. Das dritte-Welt-feeling ist nun wohl endgueltig vorbei. Die Zeichen stehen auf Aufschwung.
Noch ein Wort zu Lijiang: Die Stadt ist vollkommen berechtigt Weltkulturerbe der UNESCO, eine kleine, lebhafte Bergstadt mit einer Altstadt, die absolutes Mittelalterflair hat; nur halt auf Chinesisch. Sehr malerisch, und in dem Labyrinth von Gaesschen, Baechen und Pfaden kann man sich locker verlaufen (Hab ich gestern abend auch gleich mal ausprobiert!).
Einheimische sitzen um Lagerfeuer am Strassenrand und verkaufen Handarbeiten, der Geruch von leckerem chinesischen Essen (Hund?) weht durch die Strassen und im Hintergrund zeichnen sich in der klaren, kuehlen Bergluft die Auslaeufer des Himalaya ab. Hat was!
Wuerde gerne ein paar Bilder hochladen, aber da macht der Computer nicht mit…
Und wie gehts weiter?
Nun, die naechsten drei, vier Tage werde ich den „Tiger Trail“ erkunden; angeblich einer der schoensten Trekkingwege der Welt (Trekking! Nicht wandern!). Hab mir auch schon ne Daunenjacke und nen Schal zugelegt.
Danach ziehe ich weiter an die Grenze zu Tibet nach Zhongdian; und von da muss ich dann irgendwie nach Peking kommen, um meinen Rueckflug am 22ten nicht zu verpassen, und ausserdem hab ich in Peking noch ne Einladung zu nem Bier (Danke, Roobin!)
… jep, so siehts aus.
Gruss aus der Mitte der Welt an die Randbezirke!
NEUE FOTOS GIBT ES IM STUDIVZ!!!