Scholti war Reisen…

Dezember 25, 2007

Weihnachtsmorgen in Deutschland.

Gespeichert unter: Uncategorized — scholti @ 7:11

 Tja, nun sitz ich also seit einer Stunde am Computer und sortiere meinen Blog ein bisschen, um später mal, wenn ich noch älter bin eine nette Erinnerung zu haben usw. usf.

 Es ist Weihnachtsmorgen, und jeder anständige Mensch schläft noch, und auch Santa dürfte langsam den grössten Teil der Arbeit getan haben; ausser bei den Moslems, die kriegen nix.

 Mein Körper behauptet standhaft, dass jetzt in China schon Nachmittag ist und damit dringend Zeit, aufzustehen und mit Taxifahrern zu streiten oder in die Gegend zu rotzen… aber hier hat dafür wohl keiner so richtig Verständnis.

 Ist ein komisches Gefühl, wieder daheim zu sein. Es gibt schon ziemlich unterschiedliche Welten zur gleichen Zeit auf der Erde. Alles ist wieder sicher und grau in Deutschland, anonym und organisiert, und irgendwie fühlt sich´s auch normal an -bin ja schliesslich hier gross geworden. Irgendwie auch nicht.

 Was die Reise mir gebracht hat? Nun, einen Haufen hungernder Kinder hab ich nicht gerettet; und ich habe weder die Erleuchtung gefunden noch die Weltformel.

 Nicht mal “mich selber“ hab ich gefunden (wie es immer so schön  heisst). Allerdings zweifle ich mittlerweile auch daran, mich überhaupt verloren zu haben, das ist doch schon mal was.

Nein, Reisen ist zum Einen eine gute Möglichkeit, aus einer kurzen Zeit eine sehr lange zu machen. Die Erfahrungen und täglichen Herausforderungen stellen einen vor immer neue Aufgaben, und das Routineleben, dass die Tage daheim zu einem Einheitsbrei werden lässt kommt einfach nicht auf.

Es ist alles viel dichter und echter.

Ich hab gerade meinen eigenen Blog überflogen und war Selbst erstaunt, wie viele faszinierende Dinge ich wirklich erlebt und mitgenommen habe; und in wievielen Lebenssituationen ich wahrscheinlich auf diese Erfahrungen zurückgreifen können werde, und sei es nur als nette Anekdote. Das ist der eine Punkt.

 Zum Zweiten gibt es Selbstsicherheit. Sicherheit nicht nur im Umgang mit Situationen und Gegebenheiten, sondern auch im sozialen Umgang und im Thema Selbstüberwindung.

 Man muss sich immer wieder auf die Probe stellen, immer wieder neue Menschen -Reisende wie Locals- kennenlernen und mit ihnen klarkommen. Und stellt immer wieder fest, dass es klappt.

Klar, kann man auch Reisen ohne den ganzen Heckmeck. Auch nach Asien. Budgetmässig ist man mit ein wenig mehr Geld bei einer organisierten Tempelglotzertour dabei und schläft in bequemen Luxushotels… aber, hey … ich glaube, dass ist nicht ganz das, von dem ich rede…

 Man lernt drittens soviele alternative -und gleichberechtigt gute- Arten zu leben kennen, dass es fast eine Erleichterung ist zu Wissen, dass man zur Not nicht auf unsere spassarme Leistungsgesellschaft angewiesen ist. Gut, zu wissen, dass man könnte.

  Zum vierten lernt man einfach das Leben an sich wieder schätzen. Es gibt so viele Orte und so viele Situationen, bei denen man sich einfach und unreflektiert nur denkt „geil!“. …und das macht das Leben ja auch ein bisschen aus, oder?

 …ach, es gibt noch viele viele positive Dinge, die ich erfahren habe und mitgenommen habe. Es ist müssig, darüber zu berichten… diejenigen, die derartige Reisen unternommen haben wissen wovon ich rede, und den anderen kann ich die Gesamterfahrung eh nicht in wenigen Worten vermitteln.

Leute, geht reisen!

 Egal, wie alt, egal wie gebunden man im Job oder in der Familie oder wo auch immer ist – es geht immer irgendwie; man braucht nur den Willen dazu! Ich habe genügend Leute kennengelernt, die mit ihrem Reisebeschluss sehr gut gefahren sind, auch wenn „äussere Umstände“ dagegensprachen. Probleme daheim relativieren sich aus der Entfernung.

  Und es ist viel weniger gefährlich als man denkt, wenn man sich nicht ganz doof anstellt. Ach ja, und das Geld…: Ab einer gewissen Reisedauer (ca 4Wochen) auch deutlich günstiger als das Leben in Deutschland oder ein Urlaub an der Costa Brava!

====================================

 Und dann bleibt noch zu sagen: Deutschland ist schön, richtig schön. Und ein gutes Land zum Leben. Und genau das sieht man mit ein bisschen Abstand ab und an noch besser!

================================

 Ich möchte mich natürlich noch bei all denen Bedanken, die mich auf dieser Reise unterstützt, begleitet, gefüttert oder einfach nicht vergessen haben!

 Man kann sich auch schon das ein oder andere Mal ziemlich einsam auf so einer Tour fühlen… aber meisstens kam ich gar nicht dazu, unter anderem dank der folgenden Leute:

 Allen voran natürlich Danke an Knut Send und Steffi Selbach!

 Des weiteren Danke an die Menschen unterwegs (ohne besondere Reihenfolge): Leon Varga (Kuala Lumpur), Tom&Jacko (Pai), Roobin (Beijing), Anton (Yunnan/Beijing), Nora (Pai-Phnom Phen), Tobias Kilian (Bohol), Thorsten Hornung (Singapore), Marcella Femers (Kuala Lumpur – Ko Tao), Djungelguide Tatta (Mt. Leuser), Anne Gosselin (Bogor/Medan), Will (Lijiang), Julia Borns (Siem Reap – Sapa), Ursula (Dali), Felix Gaschik (San Carlos), Claire&Johann und Gunter&Ria und Opa Helmut (Champasak-SiemReap), Kristie (Vientiane), Matthieu (Melakka), Sabine Schmidtke (Jakarta) und alle, von denen ich den Namen nicht mehr weiss oder nie wusste oder die mir grad nicht eingefallen sind und was-weiss-ich-wer-noch-alles!

 Thanx auch fuer die Unterstützung von daheim, die Kommentare und die Mails!

Und jetzt frohe Weihnachten und ran an den Speck!!!

1 Kommentar »

  1. Ganz richtig-die, die schon einmal fernab etwas gänzlich anderes kennengelernt haben, wissen wovon die Rede ist. Es ist irgendwie gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die Ähnliches bei der Rückkehr nach Deutschland empfinden. Allen anderen kann man das unkonventionelle Reisen nur empfehlen!

    Kommentar von Anonym — Dezember 25, 2007 @ 8:35


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Kommentieren

Bloggen Sie auf WordPress.com.