07.12. Vietnam … schnell weiter! Das Land ist schoen, zugegeben. Und sie haben viel Stress gehabt in den letzten Jahren, so mit Kommunismus und Amis und Franzosen und wem auch immer. Zugegeben. Aber viel Stress gehabt haben die Kambodianer und Laoten auch. Und die sind freundlicher, ehrlicher und denken nicht NUR ans Geld. Man kann hoehere Preise fuer etwas verlangen und dann handeln, das ist Okay. Aber vorsaetzlich falsches erzaehlen, beim Wechseln betruegen, unfreundlich bis aggressiv sein wenn man kein Geld bekommt und ueberhaupt eine fremdenfeindliche und unsoziale Art an den Tag legen ist etwas anderes, finde ich. Es gibt auch nette Vietnamesen, aber leider hat sich der Eindruck, den mir schon zig andere Traveller einschliesslich Knut und Marcella in ihren Erzaehlungen von Vietnam gegeben haben immer wieder bestaetigt – den Grossteil der Leute kann man vergessen; und zwar im direkten Vergleich mit ALLEN anderen suedostasiatischen Laendern (ausser Brunei – da war ich nicht)! Entschuldigt mein hartes Urteil, aber: Schoene Landschaften findet man auch woanders, und die Menschen sind es wirklich nicht wert dieses Land zu bereisen!! Und wenn man schon nach Vietnam reist, dann macht man es am besten so wie die Achtundsechziger-Generation: Mit einer gut organisierten Gruppentour. Und einem M-16.
Dezember 7, 2007
Sapa ding la?!
07.12. Spazierengehen ist was fuer alte Saecke. Aber wenn man den guten alten Spazierstock durch zwei hochtechnisierte Alustaebe ersetzt und das ganze „Walking“ nennt ist das ganze nicht nur auf einmal 80Euro teurer, sondern auch tierisch „Hip“. Genauso mit dem Wandern – welcher jung gebliebene oder sich jung fuehlende oder sich gerne juenger fuehlende geht denn heut noch wandern? „Trekking“ heisst das Zauberwort; willkommen in der Gegenwart, willkommen bei den coolen Leuten! Und weil ich mich ja auch jung fuehle und hip und cool sein will bin ich jetzt – als Abschluss von Vietnam in Sapa, ganz im Norden, einen Katzenwurf von China entfernt. Sapa liegt sehr malerisch in einem Riesenhaufen Nebel, der jeden Morgen extra hier angekarrt wird. Nur, damit die freudige Ueberraschung groesser ist, wenn der Nebel sich kurz lichtet und den Blick freigibt auf das, was man ohne Nebel ohnehin den ganzen Tag haette: Endlose Reisterassen, hohe Berge, pittoreske Natur. Ideal zum … nun ja … trekken halt! Angenehm in Sapa ist, dass hier gar nicht so viele Vietamesen mehr sind, sondern dafuer ein Haufen Leute von Minderheitenstaemmen, oder auch -man ist ja cool- „Hill tribes“. Die sind zwar noch aufdringlicher als die Vietnamesen, was das verkaufen von Kram angeht. Aber dafuer sind sie alle schoen bunt gekleidet, laecheln gerne und sind allgemein beim Rumnerven viel freundlicher, so dass man ihnen zur Abwechslung nicht staendig eine reinhauen moechte. Kurz und knapp: Schoene Gegend hier… und jetzt ab nach China!
Dezember 6, 2007
Ferien mit Onkel Ho!
Ja, das ist auch eine Haubitze. Irgendwie.
06.12. Sie lassen ja keine Gelegenheit aus, um klarzumachen dass sie den Krieg gewonnen haben. War gerade im (sehr eindrucksvollen) Kriegswaffenmuseum und hab mir eine beachtliche Sammlung Panzer, Moerser, Gewehre, Flugzeuge und was-weiss-ich-noch reinziehen duerfen. An Hintergrundinformationen ueber den Krieg gab es eigentlich nichts, aber dafuer stand an jeder Waffe eine Plakette, auf der erzaehlt wurde wo genau diese Waffe wieviele Flugzeuge abgeschossen hat, oder welcher heldenhafte Vietnamese den Franzosen oder Amis genau diesen Panzer geklaut hat und danach damit das ganze Batallion ausgeloescht hat.
Dieser Panzer hat heroisch sieben amerikanische Flugzeugtraeger und ein Space-Shuttle versenkt!
Abgerundet wurde das ganze noch durch einen Film ueber die Belagerung Saigons. Aber statt dezent wie in unseren Kriegsfilmen zu sagen „Die deutschen Truppen haben diese und jene Stellungen erobert“ wurde immer nur von „Wir“ geredet, gerne im Kontext mit „heroic“, „brave“ oder „fierce“. Auf Englisch, damit sich der potentiell amerikansche Besucher auch wirklich damit identifizieren kann. Na, goennen wir’s ihnen…
Und jetzt ratet mal, auf wessen Seite unsere Ossis waren…?!
Den Vietnam-Patriotischen Overflow hab ich mir dann im Ho-Chi-Minh-Mausoleum geholt. Onkel Ho ist gerade vom Urlaub in Russland zurueckgekommen, wo seine Leiche artgerecht restauriert wurde, und liegt jetzt wieder brav in seinem Mausoleumsbunker hier in Hanoi. Sehr eindrucksvoller Personenkult, der um Onkel Ho betrieben wird. Er wollte zwar ganz einfach begraben werden, liegt aber jetzt in einem riesigen Denkmal in einem riesigen Park mit einer riesigen Menge Wachsoldaten drumherum. War aber wohl auch ein netter, der Ho.
Kommunismus bedeutet: Manche sind gleicher als andere. Hier ein Grabmal wie jedes andere auch.
Soll ich euch wirklich sagen, was ich an Europa vermisse? Kaese und Festpreise. Festpreise sind eine tolle Sache, weil es einen einfach irgendwann annervt, um jeden Furz handeln zu muessen. Bei teuren Sachen ist das ja noch okay. Aber wenn man einfach nur eine kleine Flasche Wasser haben will muss man jedesmal in etwa folgende Prozedur durchlaufen:
- Nach dem Preis fragen
- nicht verstanden werden
- auf den Gegenstand zeigen und das Money-Zeichen machen
- entnervt nochmal auf den Gegenstand zeigen, weil man einen anderen gereicht bekommt
- nochmal das Money-Zeichen machen
- ein paar Scheine aus der Tasche holen und das Money-Zeichen wiederholen, weil es die ersten zwei male falsch interpretiert wurde
- warten, bis der Ladenwallah den Taschenrechner geholt hat und seinen Preis eintippt
- den Taschenrechner nehmen, entruestet auf den Preis schauen, den angegebenen Preis durch drei teilen und den Taschenrechner zurueckreichen
- das entruestete Gesicht des Ladenwallahs ignorieren, seinen neuen Preisvorschlag ignorieren und langsam aus dem Laden gehen
- vom Ladenwallah zurueckgerufen werden, wieder in den Laden gehen, sich auf dem Taschenrechner das Friedensangebot angucken. Je nach Hoehe die letzten drei Schritte wiederholen.
- Bezahlen. Warten bis der Ladenwallah im Nachbarladen den Schein gewechselt hat. Wechselgeld nachzaehlen!!!
- Nein! Ich will nicht noch eine Buddhastatue kaufen! Danke!
- Aus dem Laden gehen und sich ueber den gelungenen Einkauf freuen. Und die Asiaten ignorieren, die sich hinterm Ruecken lustig machen weil man immer noch viel zu viel bezahlt hat.
Hey mann, einfach mal in den ALDI gehen und dass zahlen, was draufsteht! Das waers jetzt!
Anmerkung: Ich habe keine Ahnung warum ich mich manchmal im Blog anmelden kann und manchmal nicht! Meistens gehts nicht, schaetze das ist irgendeine automatische Zensur. Wird in China wohl eher noch schlimmer werden, also keinen Kummer wenn ich nicht schreibe. Wenn ihr mich im Vorfeld irgendeiner chinesischen Sportveranstaltung im Fernsehn seht ist es langsam Zeit, sich Sorgen zu machen!
Dezember 5, 2007
Halong Bay

5.12. Mit den wirklich wichtigen Sachen anfangen: Ihre Majestaet Koenig
Bhumibol von Thailand hat heute seinen achzigsten Geburtstag! Na, ihr habt doch
bestimmt auch alle dran gedacht!
Das interessiert die Vietnamesen hier zwar herzlich wenig, aber trotzdem ein
lieber und ehrfuerchtiger Gruss nach ‘drueben’. Schaetze, Thailand ist heute im
Ausnahmezustand, so wie die den Koenig verehren! Und alle in gelben T-Shirts!
Na, dann auch von mir: Alles Gute, lieber Bummi!
Ich fuer meinen Teil hab die letzten zwei Tage (einschl. Nacht) auf einem Boot
verbracht, und zwar in der „Halong Bay“ Nahe Hanoi. Diese Bucht besteht aus
2000 steil aufragenden Felseninseln und ist vollkommen zurecht Weltkulturerbe
und natuerliches Weltwunder… ich lass einfach die Bilder sprechen! Seeeehr
geil dort!


Dezember 3, 2007
Ha noi, isch des nett hier!
03.12. In Deutschland verstreicht der erste Advent, und hier liegt immer noch kein Schnee. Ich bin nach einem zweitaegigen Aufenthalt im netten, aber vollkommen unspektaktulaeren Dong Hoi in Vietnams Hauptstadt vorgedrungen; offenkundig von einem erstaunten Schwaben benannt. Ha noi.
Hanoi ist echt eine Stadt mit einem gewissen Charme – eine verwinkelte Altstadt mit jeder Menge Laeden und Strassenkraemern. Dazwischen pellt sich der ewige Wust aus Rikshaws und Motorraedern durch die Strassen, das Abwasser fliesst am Rand -da wo die Kinder spielen- und die Luft ist erfuellt von Dueften, Rumgehupe und Rufen. Echtes Asien halt, und es ist wirklich nett hier! Immer passiert irgendwas, und das ganze hat eine angenehme Art von Leben. Angenehm zumindest so lange, wie man ein ruhiges Guesthousezimmer zum zurueckziehen hat.
Versteht mich bitte nicht falsch – die Stadt ist angenehm. Die Menschen sind die gleichen unfreundlichen, geldgeilen Verbrecher wie im Rest von Vietnam. Soll mir doch niemand so schnell mein sauber gepflegtes Urteil zunichte machen! Man wird immer noch bei jedem Handel beschissen, belogen, und wenn man etwas trotz ueberhoehter Preise nicht kauft werden einem Schimpfworte auf Vietnamesisch hinterhergeworfen. Aber ansonsten… nette Stadt!
Ich hab mein Visum fuer China beantragt, was am Donnerstag hoffentlich durch ist. Die Reise geht langsam in den Endspurt ueber … am 22.12. fliege ich von Peking wieder heim. Das heisst, dass ich noch schlappe 4000km durch China muss, in 2 Wochen … Katzensprung!
Dezember 1, 2007
Bis das die Zensur uns scheidet
01.12. Das ist jetzt der erste Computer seit Tagen, an dem ich es wieder schaffe in meinen eigenen Blog zu kommen (waehrend sich andere Seiten einwandfrei oeffnen liessen). Schaetze, ich bin Opfer der vietnamesischen Zensur, die -aehnlich wie in China- Seiten auf politische Inhalte scannt und sperrt. Wenn ihr also die Tage nicht ganz so viel von mir hoert liegt es daran, dass ich in einem vietnamesichen Geheimdienstgefaengnis gefoltert werde oder so. Also keine Sorge!
Die Ereignisse in Kuerze: Bin zusammen mit einer anderen Deutschen nach Dang Hoi weitergefahren, eigentlich um ein paar Tunnelanlagen der Vietcong hier in der Naehe anzugucken. Nun haben wir aber einen Typen im Zug getroffen, der nicht nur eine Mama mit komfortablem Hotel hier hat, sondern auch noch eine Schwester die in besagtem Hotel heute geheiratet hat. Und da die Vietnamesen offene, freundliche und spendable Menschen sind (das hatte ich schon erwaehnt, oder?) wurden wir nicht nur gratis im Hotel einquartiert sondern auch nach Kraeften auf der Hochzeit verkoestigt und nach Strich und Faden abgefuellt.
Eine asiatische Hochzeit sieht ungefaehr so aus: Die Familie kratzt alles Geld zusammen, was sie ueber die Jahre angespart hat, laed jeden ein der ihr ueber den Weg laeuft und stellt ein Zelt mit viel zu viel Essen auf. Dann besorgt man sich einen Alleinunterhalter mit viel zu lauter Musik, damit man sich auch nicht unterhalten muss und nicht zu sehr vom trinken abgelenkt wird. Dies ist schliesslich eine anspruchsvolle Aufgabe, da man ja schon um elf Uhr morgens anfangen muss und bis zwei Uhr Mittags moeglichst voll sein. Dann naemlich hoert die Hochzeit auch schon wieder auf (Friede meinen Ohren!) und alle gehen ihren Rausch ausschlafen. Also … war ja mal ein Erlebnis. Aber … ich weiss nicht…
Dafuer hab ich jetzt endlich ganz viele unbekannte und potentiell ziemlich eklige Sachen probieren duerfen!
Oh … und als dritten Eindruck noch schnell: Alle Vietnamesen sind nach wie vor potentiell geldgierige Verbrecher. Aber manchmal nette.
Mister Saigon!
28.11. Ich habe es geschafft! Ich bin der wahrscheinlich einzige Blogschreiber in der Geschichte des Internets der nach Vietnam geht und seinen ersten Beitrag dort nicht mit „Good morning, Vietnaaaam!“ betitelt. Oh Mann, bin ich alternativ!!

Ich hab ja von Vietnam ehrlich gesagt nicht allzuviel erwartet. Ich bin ja sonst nicht voreingenommen, aber seit Monaten hoere ich von diversen anderen Reisenden einschliesslich Knut dass die Vietnamesen … na ja … ein Riesenhaufen Arschloecher sind. O-Ton: „Total Scheisse, alles Wichser!“
Trotzdem hab ich bei der Einreise beschlossen, erst mal nett zu allen zu sein und die Sache offen auf mich zukommen zu lassen. Leider waren die ersten zehn Leute, mit denen ich Kontakt hatte… nun ja … totale Wichser. Is leider so.
Die Zoellnerin hat einen mit dem Hintern nicht angeguckt (trotz freundlichem Danke/Bitte/guten Tag), die Motoradtaxi-Fahrer haben einem Muell erzaehlt von wegen es faehrt kein Zug mehr aus der Stadt und man sollte doch in ein ’sehr zu empfehlendes Guesthouse’ mitkommen, haben einen auch nach mehreren vehementen „Neins“ immer noch verfolgt und sind einem teilweise in den Weg gefahren. Frech.
Am Ticketschalter fuer den (existierenden!) Nachtzug am Bahnhof (Raus hier! Nur raus hier!!) war ich zweiter in einer ‘Schlange’ von zwei Leuten.
Und war es fuenf Kunden spaeter immer noch, weil immer wer dazwischen kam und sich ungeniert reingedraengelt hat. Hab dann einfach jemanden weggeschoben, als es mir zu bunt wurde. Arschloch. Die (inkompetente) Ticketfrau hat mir kein Geld (Dollar in vietnamesische „Dong“) wechseln koennen – aber statt meine Frage wo ich denn wechseln koennte zu beantworten hat sie mich einfach ab dem Moment ignoriert und den naechsten Kunden drangenommen usw usf. Ich bin ein geduldiger Mensch, aber da hatte ich irgendwann einfach den Kaffee auf! Waere mir noch einer dumm gekommen haette ich ihn mit dem Kopf gegen die naechste Wand geknallt und sofortige US-Luftunterstuetzung angefordert.
Soviel zu meinem ersten Eindruck.

Immer schoen, wenn sich Vorurteile bestaetigen, aber ich hatte schon eine Stinkwut auf alle… Ich war knappe 4 Stunden in Saigon, und davon wollte ich etwa 3 Stunden und 58 Minuten nichts anders als die Stadt verlassen. Laut, laermend, ueberall Leuchtreklamen, und alle fuenf Millionen Einwohner Saigons sitzten jetzt genau in diesem Moment auf ihrem Motorrad.
Meine Wut ist dann etwas verraucht, als ich in einer von diesen verlotterten, untouristischen Strassenbuden gegessen hab und die Locals sehr nett waren. Ohne dafuer Geld zu verlangen. Als ich dann festgestellt hab dass meine Kamera auch noch da ist hab ich beschlossen, dem Land noch eine zweite Chance zu geben.
Die Zugfahrt war okay, die Leute in meinem Abteil haben freundlich mit mir ihr Essen geteilt, und die Landschaft ist schoen; auch wenn man die Zugfenster nicht aufmachen darf weil Kinder gelegentlich Steine in den fahrenden Zug schmeissen und damit Leute verletzen. Jeder Waggon hat einen eigenen Konduktor ( –> Blockwart?), der die meiste Zeit nix zu tun hat und ansonsten mit seinem Reisigbesen den Wagen fegt und Leute zusammenscheisst die doch das Fenster aufmachen. Das ist Arbeitsbeschaffung!! By the Way – was macht der Bahnstreik?!
Mittelerweile bin ich in Hoi An in der Mitte Vietnams, nach einer 27-Stunden-nonstop-Reise von Phom Phen. Und ich bin ein bisschen versoehnt mit dem Land und der Welt. Die Menschen sind in der Tat sehr aufdringlich und -nennen wir’s: geschaftstuechtig, aber haben -wenns nicht gerade um Geld geht- echt eine pfiffige, offene Art und einen guten Sinn fuer Humor. So lange man skeptisch bleibt kommt man durch und hat sogar gelegentlich Spass dabei.
Dazu kommt, das Hoi An selber ein sehr entspannender Ort im franzoesischen Kolonialstil ist, zur Abwechslung nicht in Grund und Boden gebombt wurde und man hier gut ein bisschen abhaengen und sich bei einem der zahllosen Schneider schoene Klamotten machen lassen kann.
Ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Mentalitaeten der Menschen hier von Land zu Land differieren. Die Unterschiede sind auch viel augenscheinlicher als im Einheitsbrei Europas… man muss schon ne Menge Erfahrung haben um die Verhaltensweisen von Deutschen, Franzosen, Belgiern und Hollaendern gegeneinander wirklich abzugrenzen. Hier geht man ueber eine Grenze und IST in einem anderen Land. Macht Spass!
November 29, 2007
Kambodia – ich bleibe hier!
27.11. Nun, viel Zeit hab ich ja nu nicht in Kambodia verbracht, aber fuer einen groben Eindruck hat’s doch gereicht. Ich glaube, ich bleibe hier und bau mir meine Bambushuette irgendwo in dieses flache, nasse Land zwischen die Djungel und Reisfelder. Wohin auch sonst, gibt ja nix anderes. Dann umfahre ich mit meinem Pferdewagen abends vorsichtig die Minenfelder und duese in die Stadt auf ein schoenes Kaeferragout mit meinen Kumpels. Nach dem Essen stossen wir dann mit Schlangengift-Reiswein auf das Wohl des Koenigs an und bringen uns in die Adrenalin-Extase, indem wir einmal mit dem Fahrrad um den Block fahren. Genau so mach ich’s. Jawoll!
November 26, 2007
Der erste Schritt
26.11. Wenn eine Millionen Khmer vom Land nach Phnom Phen kommen um ein Bootsrennen zu feiern ist was los. Das sieht und spuert man auf den Strassen, aber es traegt auch noch andere Fruechte. So gibt es zum Beispiel ein Kaufhaus in der Stadt. Ein einziges nur, dass sich so nennen darf, aber ein richtiges Kaufhaus. Mit Neonlicht, Fliesenboeden, Flatscreenfernsehern. Und Rolltreppen. Moeglicherweise den einzigen im Land.
Und an diesen Rolltreppen stehen jeweils zwei Sicherheitsleute, die den Besuchern des Kaufhauses zeigen, wie man diese benutzt. Und das ist ein echtes Abenteuer, denn besonders vor der ersten Rolltreppe im Erdgeschoss steht eine groessere Traube Menschen, die mit Angst, Neugier und Verwirrung die Rolltreppe betrachtet und den ersten, gewagten, mutigen Schritt herauszuzoegern sucht. Wir dekadenten Wessis machen uns gar nicht mehr bewusst, was fuer eine Herausforderung dahinter steckt. Erinnert ihr euch noch an „euer erstes Mal“? Eher nicht, oder?
Unser Vietnam-Visum haben wir jetzt in der Tasche. Morgen frueh werde ich mich nach Saigon aufmachen (in der Hoffnung, dass die Stadt mittlerweile nicht mehr NewOrleans spielt und das Wasser mittlerweile abgeflossen ist). Steffi zieht morgen nach Sianoukville in Sued-Kambodia. Wir haben beschlossen, ein paar Tage allein zu reisen, der Erfahrung wegen – werden uns dann in China oder so wieder aufsammeln.
November 24, 2007
Khmer Rouge und Genozid
25.11. Wir waren heute auf den „Killing Fields“ und in einem Foltergefaengnis der Roten Khmer. Ich hab die Bilder davon auf einer Extraseite zusammengefasst einschliesslich ein paar Gedanken von mir dazu. Entweder diesen Link nehmen oder rechts am Rand den.
